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Neuer Schliff für die U-Bahnschienen

Derzeit schleicht er wieder nachts durchs unterirdische Netz: der Schienenschleifzug. Wo er unterwegs ist, müssen U-Bahn-Fahrgäste in den späteren Abendstunden mit Einschränkungen rechnen.

So unter anderem im Mai, Juni und Juli 2015 auf den Linien U1 Nord, U2 Süd und Ost, U3 Süd sowie U6 Nord und Süd. Hier wird auf den entsprechenden Abschnitten ein Schienenersatzverkehr (SEV) notwendig. Doch was macht dieser Schienenschleifzug?

Es handelt sich um ein gut 40 Meter langes Spezialfahrzeug, mit dem die Schienen wieder auf Vordermann gebracht werden. Da die Fahrgastzahlen bei der U-Bahn ständig steigen, werden die Takte verdichtet, es sind immer mehr Züge in kürzeren Abständen im Netz unterwegs. Entsprechend steigt die Belastung der Gleisanlagen. Die Schienen bekommen Unebenheiten vor allem in Gleisbögen und in den Abschnitten, in denen die Züge anfahren und bremsen. Diese sogenannten Riffel erzeugen Vibrationen, wenn ein Zug darüber fährt.


Foto (c) ÖBB

Um Schäden an den Anlagen und Fahrzeugen zu vermeiden, ist es notwendig, die Schienen regelmäßig zu schleifen. Der Schienenschleifzug fährt dafür im Schritttempo die Strecke ab. Rotierende Schleiftöpfe in seinem Unterbau beseitigen die Unebenheiten und stellen das Profil der Schiene wieder her. Eine lasergestützte Messeinrichtung auf dem Fahrzeug überwacht das Ergebnis. Pro Nacht schafft der Zug etwa 1.500 Meter Gleis. Da beim Schleifen Funken entstehen, wird das Gleis vorher und nachher mit Wasser besprüht. Außerdem sind Brandwachen im Einsatz. Die allnächtliche Betriebspause der Münchner U-Bahn ist für diese umfangreichen Maßnahmen etwas zu kurz. Damit rechtzeitig zum Berufsverkehr die Strecke wieder frei ist, muss der entsprechende Abschnitt jeweils schon in den Abendstunden für die lärm- und staubintensiven Arbeiten gesperrt werden.


Mehr Infos zum aktuell eingesetzten Schienenschleifzug: hier klicken!