Startseite1108x277px_2014_Kunden_5.jpg

Geisterbusse

18. September 2013

Vielleicht ist Ihnen das auch schon einmal passiert: Man steht an der Bushaltestelle und freut sich, dass der Bus gleich kommt.

Aus den Augenwinkeln behält man die Anzeige im Auge und widmet sich genüsslich der Morgenzeitung, dem Coffee to go oder dem noch ofenwarmen Schokohörnchen. Morgenidylle pur. Aber hoppla, was ist denn jetzt los? Auf einmal kommt der 54er nicht mehr in fünf, sondern in neun Minuten! Ist der denn rückwärts zur letzten Haltestelle zurückgefahren? Im Kopf tauchen mehrere große Fragezeichen auf und man ist sich nicht sicher, ob man richtig hingeschaut hat. Aber nein, so was kann schon mal vorkommen.

Denn es ist so: Züge und Busse senden regelmäßig Positionsdaten an das Linienüberwachungssystem der MVG. So ist jederzeit klar, wo sich U-Bahn, Bus und Tram befinden. Das kluge System errechnet sich aus den Positionsdaten die Ankunftszeit für die folgenden Stationen. Und jetzt kommen wir dem Rätsel näher: Die Anzeige „9 Minuten“ sagt aus, dass das Fahrzeug neun Minuten Wegzeit von der Haltestelle entfernt ist. Bewegt es sich nicht weiter, etwa weil es im Stau steht, dann bleibt die Anzeige bei neun Minuten stehen. Soweit, so gut.

Wenn aber ein Bus nach seiner letzten Anmeldung auf der Strecke feststeckt, kann es auch passieren, dass die Anzeige z.B. von fünf auf neun Minuten hochspringt, denn dann wird die Zeit auf die letzte Sendestelle hochgerechnet. Wenn etwa bei einer größeren Verspätung die Betriebszentrale anweist, ein Fahrzeug eine Umleitung fahren oder vorzeitig wenden zu lassen, macht sich auch mal ein auf der Anzeige angekündigtes Fahrzeug ganz aus dem Staub. Es verschwindet dann allerdings nicht wie von Geisterhand, sondern taucht einige Haltestellen weiter oder in der Gegenrichtung wieder auf.