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Wer bestimmt die Fahrpreise?

02. Dezember 2013

Über kaum etwas kann sich der Münchner so schön aufregen wie über die alljährlich teurer werdende Wiesnmaß – „Hast du’s auch schon gelesen, dieses Jahr kostet die Maß über an Zehner!“ –, das Wetter im Allgemeinen und über die Erhöhung der Fahrpreise für die Öffentlichen.

Die Schlagzeilen sind meist schon im Sommer groß: „Wir müssen tiefer in die Tasche greifen! Fahrkarten werden zum Jahresende teurer.“ Aber wer entscheidet denn eigentlich, wann welche Ticketpreise erhöht werden? Und warum müssen sie überhaupt teurer werden?
Natürlich brauchen die Verkehrsunternehmen Geld, um den Betrieb finanzieren zu können. Auch Fahrer, Fahrzeug- oder Energielieferanten – als Beispiele – wollen bezahlt werden. Deswegen kalkulieren die Verantwortlichen regelmäßig, welche Tarifanpassung aus ihrer Sicht erforderlich wäre, wenn die eigenen Kosten steigen.

In einem Verkehrsverbund arbeiten zahlreiche Verkehrsunternehmen zusammen. Sie wenden dabei einen einzigen, gemeinsamen Tarif an, damit die Fahrgäste mit einer Fahrkarte alle Verkehrsmittel benutzen können. Damit das möglich und machbar ist, müssen sich die Partner untereinander sowie mit den jeweils zuständigen Aufgabenträgern abstimmen und auf ein Tarifniveau einigen. Diese Abstimmung passiert im MVV formal im MVV-Verbundrat (hier sind die Verkehrsunternehmen vertreten) und in der MVV-Gesellschafterversammlung, die aus den Aufgabenträgern, also dem Freistaat Bayern, der Landeshauptstadt München sowie den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, München und Starnberg besteht. Die endgültig verbindliche Tarifentscheidung für die MVG trifft dann der MVG-Aufsichtsrat. Und auch wenn es sich für manchen anders anfühlen mag: Der Tarif wird nicht alle paar Monate, sondern höchstens einmal im Jahr verändert.

Bei der MVG waren in den letzten Jahren nicht nur Kostensteigerungen für Fahrpreisanhebungen ursächlich, sondern auch die regelmäßigen Angebotserweiterungen bei U-Bahn, Tram und Bus. Mehr Angebot für die Fahrgäste bedeutet für die Verkehrsunternehmen schlicht höhere Kosten, zum Beispiel für mehr Personal und zusätzliche Fahrzeuge. Eine andere wesentliche Einnahmequelle neben den Fahrgeldeinnahmen hat die MVG nicht. Die MVG strebt keine Gewinne an, muss als kommunales Unternehmen auch keine Aktionäre bezahlen, sondern lediglich eine schwarze Null erreichen. Jeder Euro aus den Fahrgeldeinnahmen fließt also in das ÖPNV-Angebot.