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Zuuuuurrrrrrückbleiben bitte!

24. Februar 2014

Kaum ertönt der bekannte Appell „Zuuuurrrrückbleiben bitte!“, kommt plötzlich Leben in die Bude, pardon … – auf den Bahnsteig. Die, die noch lässig auf die U-Bahn zuschlendern oder auf ihrem Smartphone SMS schreiben, legen auf einmal einen Gang zu und spurten blitzartig Richtung Tür.

Das liegt wohl daran, dass die Durchsage irrtümlicherweise oft so interpretiert wird: „Wer jetzt nicht einsteigt, muss dableiben – also dalli dalli, letzte Chance, letzte Gelegenheit!“ Wie ist es jetzt wirklich gemeint?

Sehr ernst: „Zurückbleiben bitte!“ bedeutet wortwörtlich: Steigen Sie nicht mehr zu, treten Sie hinter die Markierung und warten Sie bitte auf die nächste U-Bahn. Bitte legen Sie nicht auf die letzte Sekunde einen Sprint hin, auch wenn der selbst Usain Bolt und die anderen Fahrgäste vor Neid erblassen ließe. Jetzt könnte man denken: „Aber diese eine Sekunde kann die U-Bahn doch noch warten …“ – nein, das kann sie nicht.

Der Hintergrund ist: Der U-Bahnfahrer hat einen exakten Plan, der ihm vorschreibt, wann er losfahren muss, um nicht aus dem engen Takt zu kommen. Die Fahrgäste, die an den nächsten Bahnhöfen warten, wollen ja auch pünktlich losfahren – denn sie müssen vielleicht ihr Kind aus der Krippe abholen, zum Zahnarzttermin oder zu einem wichtigen Meeting. Würde jetzt an jeder Station noch ein paar Sekündchen gewartet, hätte man im Handumdrehen eine ordentliche Verspätung von mehreren Minuten beieinander – und das will ja niemand, oder?