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Was tun, wenn es mal brenzlig wird?

28. Februar 2014

Frank Payer ist seit gut fünf Jahren Einsatzleiter bei der U-Bahnwache München. Wie man im Ernstfall richtig reagiert, erklärt er hier: Wenn man merkt, dass jemand oder man selbst Hilfe braucht, kann man sie über die Notfalleinrichtungen der MVG schnell anfordern.

Wer den Notruf in der U-Bahn drückt, wird mit dem U-Bahnfahrer verbunden, der für weitere Hilfe sorgt. Bei der Notfallsäule, die an allen 100 U-Bahnhöfen steht, spricht man dann mit der MVG Betriebszentrale. So kann man ganz einfach die notwendige Unterstützung anfordern. Sollte eine Person verletzt sein oder gesundheitliche Probleme haben, gilt: Erste Hilfe leisten und bei der Person bleiben, bis Helfer kommen.

Auch wenn jemand bedrängt wird, sollte man die Notfalleinrichtungen nutzen und melden, was los ist. Für die ersten Minuten, während man auf Hilfe wartet, hilft man am besten in der Überzahl, erklärt der Frank Payer: „Die meisten Leute machen den Fehler und schauen weg, wenn jemand belästigt wird. Da hilft es zum einen schon mal, einfach hinzusehen, Anwesenheit zu zeigen und den Täter direkt anzusprechen – aber mit einem gewissen Sicherheitsabstand, um sich nicht selbst zu gefährden. Und dann sollte man weitere Fahrgäste zur Hilfe auffordern. Das heißt: Ganz konkret zu jemandem hingehen und sagen: ‚Sie in der roten Jacke, bitte helfen Sie mir, da wird jemand bedroht.‘“ Auch die Körperhaltung spielt eine wichtige Rolle, sagt Frank Payer: „Man sollte sich mit breiter Brust aufrecht hinstellen und dem Angesprochenen direkt in die Augen sehen.“

Wenn Störenfriede auf Ärger aus sind und sich wirklich nicht eines Besseren belehren lassen, können die Sicherheitskräfte eingreifen und sie mit wirksamen Mitteln außer Gefecht setzen: Denn sie haben eine Ausbildung, welche sich an Ju Jutsu orientiert. Das hat nichts mit Jackie Chan zu tun, sondern bedeutet übersetzt „sanfte Kunst“. Und wenn man selbst durch andere bedroht wird? Auch hier gilt wieder: Nutzen Sie die Notfalleinrichtungen. Der Einsatzleiter der U-Bahnwache weiß: „Selbst wenn man den Notruf nur drückt, um zu sagen, dass man sich gerade unwohl fühlt, ist das in Ordnung. In der Notfallsäule ist eine Kamera montiert, die der Mitarbeiter in der MVG Betriebszentrale sieht. Wenn am U-Bahnsteig andere Menschen stehen, einfach dorthin gehen und sich dazustellen – in Gesellschaft fühlt man sich schon viel sicherer.“ Man kann auch ganz einfach bluffen, erklärt Frank Payer: „Einfach das Handy rausholen und lostelefonieren – auch wenn am anderen Ende der Leitung gar niemand ist.“ Das kann potenzielle Übeltäter schon mal fürs Erste verschrecken. Noch besser ist jedoch der Notruf an der Säule oder im Zug, dann ist Hilfe nämlich gleich unterwegs.