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Warum können U-Bahn und Tram nicht warten?

13. Mai 2014

Na toll! Da kommt man in der morgendlich sonst so perfekten Routine einmal zu spät aus dem Haus: Prompt fährt einem die Tram vor der Nase weg. Wie ärgerlich, denn die nächste Tram kommt erst in neun Minuten – dabei hatte man doch schon fast die hinterste Tür erreicht.

Höchstens 20 Sekunden, ach was: vielleicht 15, ja möglicherweise nur zehn Sekunden hätte es den Fahrer gekostet zu warten. Kann er doch locker wieder rein holen, wenn er auf der Strecke zum nächsten Halt ein bisschen Gas gibt, oder?

Das ist zu kurz gedacht. Dass die Fahrer von U-Bahn und Tram nicht warten könnten, hat vor allem zwei Gründe. Erstens kostet es Zeit, wenn ein Nachzügler einsteigen darf. Türen müssen sich öffnen, der Fahrgast muss einsteigen und die Türen schließen sich wieder. „Na also!“ werden Sie jetzt sagen: „Ich hab’s doch gewusst – höchstens eine Sache von 15 Sekunden!“ Aber wenn noch jemand einsteigen will? Und noch jemand? Sie sehen: Irgendwann muss man einfach einen Punkt machen und losfahren. Auch wenn es einen wurmt, wenn man es selbst ist, der nicht mitkommt. Der Fahrer ist an seinen Fahrplan gebunden – fährt er früher oder später, meldet sich die Betriebszentrale bzw. die Leitstelle Oberfläche.

Und es gibt noch einen Grund: Der Fahrer darf nicht einfach irgendwann losfahren, sondern muss auf sein Grünlicht warten – ein bisschen so wie Autos bei der normalen Ampel im Straßenverkehr. Und dieses Grünlicht, bei der Tram ist es ein Balken, erlaubt dem Fahrer nur in einem bestimmten Zeitrahmen abzufahren. Verpasst er das Signal, muss er bis zum nächsten Durchlauf warten – das kann dauern! Da hätte der Fahrer schnell eine Verspätung von einigen Minuten zusammen. Und die Fahrgäste an allen weiteren Haltestellen würden sich darüber ärgern. Das wäre doch nicht fair, oder?