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Lieber 40 Cent statt 60 Euro berappen

08. September 2014

Gelegentlich ergibt es sich ja, dass man auf den U-Bahnsteig muss, obwohl man überhaupt nicht vorhat, irgendwohin zu fahren.

Zum Beispiel, wenn man den großstadtunerfahrenen München-Besuch noch verspricht: „Ich setz dich in die U-Bahn zum Hauptbahnhof, dann kannst du überhaupt nicht verloren gehen.“ Oder wenn man plötzlich von einem Platzregen überrascht wird und der Weg über den U-Bahnsteig trockenere Füße verspricht. Wer da nicht stolzer Besitzer einer IsarCard ist, der muss sich für solche Gelegenheiten ein Ticket kaufen. Denn in München gibt es den sogenannten Sperrenbereich in der U-Bahn, den man nur mit einem gültigen Ticket betreten darf. Markiert ist der Bereich durch die Stempelautomaten, eine Bodenmarkierung und Schilder an der Decke.

Es gibt am Fahrkartenautomat die Bahnsteigkarte zu kaufen, sie kostet schlappe 40 Cent. So bekommt man auch praktischerweise gleich die klimpernden Münzen aus dem mühlsteinschweren Geldbeutel heraus, der einem die Handtasche bis zu den Kniekehlen zieht. Die Bahnsteigkarte muss immer dann entwertet werden, wenn man einen Bahnsteig der S- oder U-Bahn betreten will. Denn wer keine gültige Bahnsteigkarte besitzt, muss das erhöhte Beförderungsentgelt von derzeit 60 Euro* zahlen, und das wäre es doch nicht wert, oder?

* Anmerk. der Red.: Seit 1. August 2015 ist das erhöhte Beförderungsentgelt von 40 auf 60 Euro erhöht worden.

Ab Entwertung ist die Bahnsteigkarte übrigens eine ganze Stunde lang gültig. Man kann also noch gemütlich die Architektur des U-Bahnhofs bewundern oder noch die letzten Neuigkeiten mit seinem Besuch austauschen, bevor dieser in die U-Bahn einsteigt. Und im Gegensatz zu einer Einzelfahrkarte darf man sogar so oft in die Gegenrichtung oder im Kreis laufen, wie man will …