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A saubere G'schicht

13. Januar 2016

Wenn die Münchner U-Bahnzüge eine Extrabehandlung kriegen, dann muss auch ein Rosshaarbesen mit kräftigen Borsten ran, erklärt Günter Sommerfeld, der bei der U-Bahn das Expertenteam für Wartung, Revision und Reparatur leitet. Er und seine Kollegen haben eine spezielle Methode entwickelt, um die 20 bis 40 Jahre alten U-Bahnzüge außenrum aufzufrischen.

Zusätzlich zur turnusmäßigen Reinigung bekommen die U-Bahnzüge nämlich eine aufwendige Schönheitskur spendiert. Zwei Mitarbeiter sind dann zusätzlich zum normalen Waschgang eine gute Dreiviertelstunde damit beschäftigt, Flugrost und andere Verschmutzungen zu entfernen. Dafür muss man ordentlich Muskelkraft aufbringen, sonst geht der Dreck nicht weg:



Pro Waschgang 400 bis 600 Liter Wasser
Zunächst wird der gesamte U-Bahnzug mit Flugrostentferner vorbehandelt und in der Waschanlage grob gereinigt:

Die maßgefertigten Bürsten der Waschanlage müssen übrigens nach rund einem halben Jahr ausgewechselt werden, weil sie dann abgenutzt sind. Mit jedem Waschgang verbraucht die U-Bahn-Waschanlage in der Technischen Basis in Fröttmaning zwischen 400 und 600 Liter. Das ist viel Wasser, allerdings können davon 85 Prozent wieder rückgeführt, aufbereitet und für weitere Waschgänge verwendet werden. Wie bei der Autowäsche auch werden die Züge in der Anlage mit Reinigungsmittel besprüht und am Ende getrocknet, damit keine Kalkflecken auf Fenstern und Lack entstehen. Bei der U-Bahn kommt allerdings kein Föhn zum Einsatz, sondern ein spezielles Verdunstungsmittel.



Danach folgt die Spezialbehandlung von Hand mit Bürsten und Lappen. Günter Sommerfeld erklärt: "Die Schwachstellen, die wir extra säubern müssen, befinden sich bei jedem Zugtyp an einer anderen Stelle. Der Dreck verfängt sich zum Beispiel beim B-Wagen vor allem in den Türnischen." Nach der aufwendigen Prozedur leuchten das typische Elfenbeinweiß und Blau der Zuglackierung wieder fast wie neu – jedenfalls für einige Zeit.