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Die Nahverkehrs-Top 5 x 5 – Nr. 2: Pünktlichkeit

09. Mai 2016

Pünktlichkeit ist auf der Prioritätenliste unserer Fahrgäste ganz weit vorn. Zu Recht. Jeder möchte sich darauf verlassen können, dass er mit U-Bahn, Bus und Tram ankommt wie geplant. Das klappt leider nicht immer – dann ärgern sich die Kunden und auch die MVG.

Auch wenn man es als Nutzer kaum merkt, solange alles so läuft wie es soll: Schon der ganz reguläre Betrieb mit 321.000 Abfahrten Tag für Tag ist ein logistischer Riesenakt. Alles, was den Fahrplan außer Takt bringt, löst ganz akut zusätzliche Aktionen im Hintergrund aus: Verspätungsinfos an verschiedene Kanäle, einen Werkstattaufenthalt für ein defektes Fahrzeug, mitunter auch Schienenersatzverkehr, der mit Bussen und Fahrern kurzfristig organisiert werden muss. Das geht oft schnell - aber im Stadtverkehr sind auch 15 Minuten, die nicht laufen wie geplant, schmerzhaft spürbar. Fahrzeugstörungen oder technische Defekte sind dabei das eine - doch viele zumeist kleinere Verspätungen und Ärger lassen sich vermeiden. Vor allem dann, wenn alle mithelfen. Hier sind unsere Top 5:

Top 1: Wir sind nicht allein. Im Gegenteil. Dass die Stadt wächst und mit ihr der Verkehr, merken wir täglich. 566 Millionen Fahrgäste zählte die MVG letztes Jahr, 2004 waren es noch 442 Millionen: Das sind plus 124 Millionen oder 28 Prozent! Und alle wollen mit, meist in ähnlichen Zeiträumen: den Hauptverkehrszeiten. Jedes Fahrzeug der MVG ist aber nur eines unter Millionen Verkehrsteilnehmern. Da kann einiges Unvorhersehbares passieren. Kein Fahrer kommt absichtlich zu spät - die Busse und Trambahnen können nur so pünktlich sein, wie es der Straßenverkehr zulässt. Da kann die beste Planung nichts entgegensetzen. Eigene Spuren helfen Bus und Tram immerhin oft (wenn auch nicht in allen Situationen) beim Zeitsparen. Zwar können sie sich auf mehr und mehr Linien an den Ampeln voranmelden, damit diese passend auf Grün schalten. Trotzdem: Wenn es sich staut oder die Straße wegen eines Unfalls dicht ist, dann geht es für alle verspätet weiter. So ist der Stadtverkehr. Behaltet das bitte fairerweise im Hinterkopf, bevor ihr den Fahrer schimpfen wollt, der einige Minuten zu spät ankommt.

 

Top 2: Erst aussteigen lassen, dann einsteigen. Ist eigentlich ganz simpel, trotzdem gibt’s immer wieder Verzögerungen, wenn sich die Leute in die Quere kommen. Es gibt ein Geheimrezept, wie alle pünktlich weiterkommen: Wer an der Haltestelle den Aussteigenden erstmal genügend Platz an den Türen lässt, gelangt im Anschluss schneller rein - so zeigt es auch unser Spot mit dem Münchner Kindl.

Für Bus und Tram gilt außerdem: die Gänge sind eng, sie sollten nicht mit Gepäck blockiert werden. Bitte macht rechtzeitig Platz für die, die raus wollen!

 Top 3: Eine U-Bahn hat 18 Türen, die Tram bis zu 8 und der Buszug immerhin 5. Wenn alle nur ander ersten oder letzten Tür reinwollen, summiert sich die Standzeit. Wird der Zug oder Bus deshalb länger an der Haltestelle aufgehalten als es der Fahrplan vorsieht, dann gibt’s Verspätung. Bei der U-Bahn überträgt sich diese mitunter sogar auf die nächsten Züge, denn solange ein Bahnsteig belegt ist, bekommen die Nachfolger kein Signal zur Weiterfahrt. Seid clever und stellt euch dort auf, wo sich nicht alles ballt – auch wenn das bedeutet, dass ihr nachher beim Aussteigen ein paar Meter weiter laufen müsst. Ihr helft euch und allen anderen im Zug oder Bus, Fahrzeit zu sparen und mögliche Anschlüsse zu bekommen.

Top 4: Alle Tramtüren schließen. Alle? Nein! Wie charmant – ein netter junger Mann stellt für die Dame, die angelaufen kommt, noch den Fuß in die hinterste Tür. Das gibt vielleicht Punkte auf dem Flirtkonto, macht aber alle anderen sauer, Fahrgäste wie Fahrer. Verpasst die Tram nämlich durch die Blockade die vorgesehene Abfahrtszeit, dann erlischt ihre Fahrtfreigabe an der Ampel. Es kann ein paar Minuten dauern, bis es danach weitergeht (das haben wir schon an anderer Stelle im Blog beschrieben). Und schon ist der Fahrplan perdu. Bitte daher keine Türen aufhalten!

Noch etwas: Das Türenaufhalten ist ein häufiger Grund für eine Türstörung. Denn die in Sachen Sicherheit vorgeschriebenen Sensoren, die ein Einklemmen verhindern, sind sensibel und mögen gewaltsames Eingreifen nicht. Im ärgerlichsten Fall müssen alle Fahrgäste raus und der Zug oder Bus in die Werkstatt. Das bedeutet zusätzliche Wartezeit, bis Ersatz kommt.

Top 5: Der Platz für die Verkehrsteilnehmer ist begrenzt. Wir kennen das in der Innenstadt – es gibt zwei Fahrspuren, darauf die Tramgleise und daneben eine Parkbucht. So mancher Einparker verschätzt sich beim Platz: Als Maßstab dafür, ob die Tram noch neben dem geparkten Auto vorbeikommt, gilt mitnichten die Schiene. Die Tram selbst ist nämlich breiter. Muss sie wegen eines Falschparkers auf ihrer Strecke stehen bleiben, dann ist das ist ärgerlich für alle Fahrgäste im Zug und für die, die auf ihn warten. Unschön betroffen sind außerdem alle, die dahinter im Stau stehen, sowie der Blockierer selbst. Denn wer so die Straßenbahn behindert, muss den Abschleppdienst und den Ersatzverkehr zahlen. Besser nicht darauf ankommen lassen!

Nicht zuletzt: Wie oben erwähnt - manchmal läuft es einfach nicht. Und mitunter ist die MVG selbst der Verursacher der Störung. Auch das gehört leider zu den unvorhersehbaren Dingen, die im Stadtverkehr passieren können: Eine Weiche lässt die Tram nicht wie vorgesehen abbiegen, sondern bremst die Züge aus. Beim Bus leuchtet ein Warnlicht auf, er muss in die Werkstatt und die nächste Fahrt fällt aus. Oder ein Stellwerk im U-Bahnnetz hat überreagiert (mehr Infos dazu in unserem Erklärartikel im Blog) und lässt die U-Bahnen erstmal nicht weiterfahren. Für solche Fälle gibt es die MVG Garantie: Bei einer von uns verschuldeten Verspätung von über 20 Minuten kann es auf Antrag Geld zurück geben (hier klicken fürs Formular auf unserer Homepage mvg.de). Achtung: Nicht unter die MVG Garantie fallen angekündigte Baustellen sowie Staus, Unfälle, Unwetter oder sonstige höhere Gewalt.

Weiter geht es bald mit den nächsten Folgen unserer Top 5 x 5:

Sicherheit - wir widmen uns den Themen Aufmerksamkeit, Notfallsäule, Videoüberwachung, Notrufknopf und U-Bahnwache.

Information - hier erklären wir die Anzeiger und ihre Tücken, die MVG Apps, Aushänge in gedruckter Form, Durchsagen und den Störungsticker.

Angenehmes Miteinander - unsere Stichworte sind Smartphone-Nutzung, Gepäck, Radmitnahme, Fahrgäste mit einer Einschränkung und zum Finale der Klassiker: Freundlichkeit.

Und hier geht es zum ersten Teil der Reihe: Sauberkeit.