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Aktion Rolltreppentausch

20. Juni 2016

Bei der MVG rollen nicht nur Züge und Busse, sondern auch Treppen: Insgesamt 771 Stück sind es - so viele, wie die U-Bahnhöfe in Berlin, Hamburg und Düsseldorf zusammen haben. Für einen Austausch der massiven Kaliber wird schweres Gerät aufgefahren ...


Nach etwa 30 Jahren Laufzeit gibt's für den U-Bahnhof Implerstraße eine neue Rolltreppe.

Das ist umfassender Komfort: In jeder der 100 Münchner U-Bahnstationen verbinden Rolltreppen die Zugänge mit den Bahnsteigen. Sie haben insgesamt rund 69.000 Stufen. Bis zu 6.500 Fahrgäste sind pro Stunde auf einer Rolltreppe unterwegs. Tag für Tag, fast rund um die Uhr. So eine Komplettausstattung gibt es sonst wohl nirgendwo in Deutschland und Europa.

Online vernetzte Anlagen
Ein besonderer Münchner Service also, der den Nutzern allerdings nur dann auffällt, wenn er ausfällt: Steht eine Rolltreppe still, ärgern sich die Kunden. Damit es möglichst wenige Ausfälle gibt, kümmert sich ein hauseigenes Fachteam mit rund 50 Technikern um die Anlagen. Ganz zentral im U-Bahnnetz  liegt die Fahrtreppenwerkstätte in den Katakomben des U-Bahnhofs Hauptbahnhof, von dort aus schwärmen die Mitarbeiter bei Bedarf in alle Richtungen aus. Meist sind sie in weniger als einer halben Stunde nach Störungsbeginn an Ort und Stelle. Wo genau Bedarf besteht, sehen die Techniker auf ihren Tablet-Computern.

Die Rolltreppen sind in ein Online-Netzwerk eingebunden. Bei einer Störung schlagen sie Alarm und zeigen zudem, wo das Problem liegt, was die Diagnose und Reparatur erleichtert. Neue Anlagen mit wenig Verschleiß zahlen natürlich ein auf die hohe Verfügbarkeit und damit die Zufriedenheit der Kunden. 125 Rolltreppen im MVG Netz tauschen SWM/MVG bis Ende 2019 aus. Das ist schon das dritte Erneuerungsprogramm. Seit 2005 wurden bereits 220 neue Rolltreppen eingebaut.  Damit ist in wenigen Jahren fast die Hälfte aller Anlagen auf modernem Stand.



Tonnenschwere Teile
Das Einbauen selbst klingt allerdings einfacher, als es ist: Die Rolltreppe oben im Bild ist 17 Tonnen schwer. Jede Treppe ist eine Maßanfertigung, denn jeder Münchner U-Bahnhof ist anders gebaut. Je tiefer das Gebäude liegt, desto länger die Rolltreppe: Die längste befindet sich am Stachus in Richtung Lenbachplatz mit ganzen 57 Metern. Ab über 20 Metern Länge wird die Treppe in mehreren Teilen angeliefert. Bestellt werden diese lange vorab. Die Baustellen sind in einem Jahresplan organisiert, der auch Münchens Events berücksichtigt. Denn wo ein Großereignis ansteht, ist in den nahen U-Bahnhöfen keine Baustelle geplant.

Zwei bis vier Wochen Arbeit vor Ort sind pro Rolltreppe nötig – geplant haben die Fachleute schon Jahre im Voraus. Geklärt wird dabei auch: Wie kommen die alten Teile weg und die neuen Elemente an den Bahnsteig? Ist der günstigste Weg auf dem Transporter über die Straße oder in der kurzen U-Bahn-Betriebspause mit dem Werkstattwagen über die Gleise? Wie viel Platz bleibt dann noch für die Fahrgäste, reichen die Fluchtwege? Wenn das nicht der Fall ist, muss manchmal sogar ein kompletter Bahnhof für einige Wochen gesperrt werden, so der U4-Bahnhof Prinzregentenplatz im August 2016. Dafür werden am dortigen Bahnsteig gleich beide Treppen erneuert. Und davon profitieren jeden Tag tausende Fahrgäste.

Kennen Sie die Echtzeit-Funktionsübersicht der MVG Rolltreppen? Zu finden in der App MVG Fahrinfo München, unter mvg.de oder unter www.mvg-zoom.de