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Warum mit der Ferienzeit die Bagger kommen

05. August 2016

Ob die aktuelle Straßensperrung für den Gleisbau in der Einsteinstraße oder der Ersatzverkehr für die Tram nach Grünwald: Bei U-Bahn und Tram finden die Bauarbeiten häufig in der Ferienzeit statt. Warum?

Hier gibt es einen Einblick in die Hintergründe der Baustellenplanung bei der MVG:

Ein U-Bahnhof, ein Tunnelabschnitt oder eine Tramstrecke ist gesperrt, die Fahrgäste steigen in den SEV-Bus, die Bauarbeiter rücken an. Wenn es auf einer Baustelle losgeht, ist für die Planer der MVG der größere Teil ihrer Arbeit schon getan. Hinter ihnen liegen viele Monate der Entwicklung, Abstimmung und Optimierung. Denn wann eine Schienenbaumaßnahme in der Stadt realisiert werden kann, hängt von zahlreichen Faktoren ab – und diese bestimmt nicht allein die MVG.

Jedes Bauvorhaben wird im Voraus eng abgestimmt mit städtischen Referaten wie dem Kreisverwaltungsreferat (KVR). Geklärt wird dabei auch, ob man Bauaktivitäten zusammenlegen kann. Wenn etwa Bagger den Boden für Gleisarbeiten aufreißen, kann es sich anbieten, bei der Gelegenheit auch gleich Kabel für die Internetversorgung zu legen. Damit werden die Münchner nur einmal gestört statt mit zwei Baustellen hintereinander.


Eine Bauphase bedeutet immer eine Beeinträchtigung, für die Fahrgäste und auch für die MVG. Sie muss für ihre Kunden zusätzlich zum regulären Geschäft Ersatzverkehre nebst Fahrern organisieren. Versucht wird deshalb immer, die Beeinträchtigung für alle so gering wie möglich zu halten. Das ist auch eine Frage des Zeitpunkts: In den Ferien sind – trotz zahlreicher München-Besucher – insgesamt deutlich weniger Menschen mit U-Bahn, Bus und Tram, aber auch mit dem Auto unterwegs.

Auch wenn Schienen gesperrt sind, muss die MVG die Kunden an ihr Ziel bringen – so lautet der Auftrag. Daher entsteht mit dem SEV eine kleine Buslinie auf Zeit. Dabei müssen viele Faktoren beachtet werden: Durch welche Straßen kann die Linie führen, um den Stadtverkehr nicht zu stark zu belasten? Wo können die Fahrgäste gefahrlos aussteigen? Müssen temporäre Haltestellen gebaut werden? Mit KVR und Polizei wird die Route besprochen, geprüft und abgenommen.

Für die MVG ist dabei grundlegend: Die notwendigen Busse müssen verfügbar sein, ohne dass der reguläre Linienverkehr leidet – auch das geht vor allem in den Ferien, wenn die Verstärkerbusse für die Schulzeit entfallen. Ein SEV erfordert außerdem meist mehr Fahrer als die ersetzte Schienenstrecke: Denn wenn an zentralen Stellen gebaut wird, fahren viele Ersatzbusse im dichten Takt. Während in eine U-Bahn bis zu 900 Menschen passen, fasst ein Gelenkbus maximal 100, ein Buszug immerhin 130 Personen. Damit auch Ortsunkundige gut weiterkommen, zeigen bei großen Baustellen an zentralen Orten zudem Servicemitarbeiter den Weg. Plakate, Infoflyer und Wegweiser, Ticker an den Zugzielanzeigen und in der App MVG Fahrinfo München geben ebenfalls Hinweise auf anstehende Sperrungen. Unter www.mvg.de lassen sich die Betriebsänderungen aktuell für die jeweiligen Linien einsehen.

Doch nicht auf jeder Route bietet sich die Ferienzeit an, wenn Baumaßnahmen unvermeidlich werden. Fußballspiele, das Oktoberfest oder weitere Großveranstaltungen werden bei der Terminierung mitbedacht. Denn wenn ein Riesenereignis und eine Großbaustelle zusammentreffen, dann kann womöglich die Kapazität sämtlicher verfügbarer SEV-Busse nicht mehr ausreichen. Daher gilt: Abstimmung ist alles.

Dieser Artikel ist auch im Kundenmagazin MVGinfo Nr. 2/2012 erschienen.