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Wenn einer eine Reise tut: Ex-Münchner entdeckt

19. August 2016

Sommerzeit ist Reisezeit – und was unsere Facebook-Fans so alles entdecken, hat uns gefreut: Ehemalige Münchner in aller Welt.

@Ludwig Kaiser ist in Belgorod in Russland auf einen ausgemusterten Münchner Bus gestoßen. Sogar das Münchner Kindl ist noch deutlich zu erkennen – und der neue Besitzer ist "ganz stolz" darauf, berichtet der Reisende. Was Busfahren in Belgorod heißt, beschreibt Ludwig Kaiser weiter: "Es gibt keinen Fahrplan und auch keine Fahrkarten. Der Versuch der Stadtverwaltung, heuer im Frühjahr Fahrkarten einzuführen, ist kläglich an den Buschauffeuren und den Fahrgästen gescheitert. Sie zahlen 15 Rubel beim Aussteigen beim Fahrer. Der Bus gehört dem Buschauffeur und auch die Einnahmen von den Fahrgästen, darum fahren diese Busse auch im 5-Minuten-Takt. Es ist jedes Mal ein kleines Abenteuer, hier Bus zu fahren, sie fahren wie die Pkw mit geduldeten 85 km/h in der Stadt und wollen immer die ersten an der Bushaltestelle sein, um viele Fahrgäste zu bekommen. Da werden auch Haltestellen nicht angefahren, wenn nicht viele Menschen dort sind. Manchmal geht auch der Bus kaputt, dann gibt‘s kein Geld für den Fahrer."

Ebenfalls in MVG-Blau – und sogar noch mit Adelholzener-Werbung – fährt ein ehemaliger Münchner jetzt in Sarajevo: @Saudin hat ihn fotografiert, gepostet und damit auf der MVG Facebookseite eine lustige Kommentarfolge in Gang gesetzt. Unter anderem wurde debattiert, ob die Fahrkarte "München XXL" wirklich so weit reicht und ob da nicht jemand aus Versehen falsch abgebogen ist…



Die Auflösung ist natürlich folgende: Die Busse sind in München ausgemustert und verkauft worden. Die Busflotte der MVG ist im Schnitt jünger als zehn Jahre, nach rund einer Million gefahrener Kilometer geht ein Bus bei uns in Ruhestand. Bliebe er darüber hinaus in Betrieb, dann würden Aufwand und Kosten für eine Instandhaltung, wie sie in München gefordert ist, zu hoch. Nahezu jedes Jahr werden neue Busse für die MVG bestellt. Die Neuen ermöglichen auch besseren Komfort, etwa mit Klimaanlage, Infomonitoren oder ganz neu: mit flexiblen Multifunktionsbereichen, die Fahrgäste mit Kinderwagen schätzen.

Doch dass mit dem Einsatzende in München die Lebensdauer eines Busses noch nicht beendet sein muss, beweisen die Fundstücke unserer Fans. So verlief wohl auch der Weg des Ex-MVG-Busses, den @Florian Schütz am Hauptbahnhof von Vilnius in Litauen erwischt hat. Am quietschgrün-gelb-blau gemusterten Hintermann sieht man: Längst nicht in jeder Stadt ist die Nahverkehrs-Flotte so auf den ersten Blick identifizierbar wie in München. 



Schienenfahrzeuge haben eine deutlich längere Einsatzzeit - Trambahnen sind in München für rund 30 Jahre, U-Bahnen für rund 40 Jahre täglicher Fahrten ausgelegt. Doch auch auf Gleisen gibt es ehemalige Münchner in fernen Städten zu entdecken: Im rumänischen Timisoara fahren P-Züge aus den 1960er-Jahren, die um die Jahrtausendwende verkauft wurden. Sie sind umlackiert, aber haben ihre unverkennbare Form behalten. Unser Kollege hat sie dort besucht, hier geht’s zu seinem Blog.

Und dieser Oldie aus den 1950er-Jahren hat zwar seine letzte Fahrt hinter sich, macht sich aber auf andere Art weiterhin nützlich: In Bad Göggingen ist auf dem Gelände der Römerbad-Klinik der ausgemusterte M-Triebwagen mit Münchner Kindl zu finden. Facebookfan @Marcus Maier hat ihn entdeckt. Die alte Tram dient der Reha: Hier können Patienten nach Operationen ohne Stress das Ein- und Aussteigen in öffentliche Verkehrsmittel üben.

Wir sagen herzlichen Dank an alle Reisefotografen, die dieses fröhliche Wiedersehen mit ehemaligen Münchnern in aller Welt möglich gemacht haben!