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Bus oder Tram fahren? Beides!

29. August 2017

Erinnert ihr euch an unseren Kollegen Philipp? Vor zwei Jahren hat er hier im MVG Blog erzählt, wie sein erster Tag im Fahrdienst der Straßenbahn ablief und warum es für ihn ein Platz an der Sonne ist. Jetzt hat er zusätzlich den Busführerschein gemacht …

Philipp Krauß (21) ist seit seiner Ausbildung im Unternehmen – ein echtes MVG-Gewächs! Nach zweieinhalb Jahren als Straßenbahnfahrer hat er nun auch noch den Busführerschein draufgesetzt: „Ich habe meinen Auto-Führerschein auf Bus mit Anhänger' erweitert.“ Für SWM/MVG wird Weiterentwicklung und -bildung großgeschrieben, die Ausbildung zum Kombifahrer ist eine dieser Möglichkeiten, sich auch nach dem Berufsabschluss weiterzubilden. 

Wegen der Ausbildung in der Busfahrschule hat Philipp in der Zeit etwas weniger regulär gearbeitet und dafür wieder die Schulbank gedrückt: „Gut ein halbes Jahr habe ich Theorie gepaukt und Fahrstunden genommen. Zusätzlich lernte ich alles über den Umgang mit den Gelenkbussen und über die zwei Betriebshöfe – einer ist in der Hans-Thonauer-Straße und der andere, künftig ‚mein' Betriebshof, an der Truderinger Straße.“ Die Fahrprüfung hat Philipp natürlich auf Anhieb bestanden. Und ist seitdem nicht nur auf Schienen unterwegs, sondern auch auf Gummi! 

Münchens Straßen im Kopf
Philipp empfindet es beim Busfahren als eine besondere Herausforderung, dass man den Stadtplan detailliert im Kopf haben muss: „Bei der Tram hat man zwar ein paar Ausweich-Alternativen, aber es gibt es nicht so viele Fahrtmöglichkeiten. Beim Bus muss man sich gut auskennen – fast ein bisschen wie ein Taxifahrer!“ Streckenkunde hatte Philipp zwar in der Fahrschule, aber in der Praxis steckt mehr dahinter: „Als Fahrer muss man zudem wissen: Wo passt der Bus durch oder wo kann es für mich schwierig werden, wenn mir ein anderer Bus oder ein Lkw entgegenkommt?“ 

Am liebsten fährt Philipp die Buszüge: „Da bekommt man einfach viele Fahrgäste unter, auch Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer. Erst vor kurzem habe ich eine Schulung für die 23 Meter langen Buszüge bekommen.“ Im Berufsalltag erregt Philipp oft Aufsehen: „An den Blicken der Fahrgäste erkenne ich oft, dass sie einen so einen jungen Busfahrer nicht erwartet hätten. Umso besser gefällt es mir, wenn ich ihnen zeigen kann, dass ich mein Fahrzeug unter Kontrolle habe!“ Besonders liegen Philipp die langen Strecken, z.B. die mit dem MetroBus 54, der von der Münchner Freiheit kreuz und quer durch die Stadt bis zum Lorettoplatz am Waldfriedhof fährt. Oder der ExpressBus X30, „weil man mit dem so schön flott durchrauschen kann!“ 

Den Kontakt mit Fahrgästen mag der 21-Jährige – er hatte schon viele nette Erlebnisse in seiner ersten Zeit: „Als ich mir einmal nicht sicher war, ob ich nun schon in die nächste oder in die übernächste Straße abbiegen muss, hat mir eine ältere Dame, die vorne saß, gesagt: ‚Nimm lieber die nächste, Bua, da bist richtig!‘“ Ein anderes Mal wollte ihm ein Fahrgast partout innen die Scheibe putzen, die etwas verschmutzt war: „Sie hat mir ganz professionell das Fenster saubergemacht und gesagt, dass ich mit so doch nicht fahren könne. Sie war richtig gut ausgerüstet mit Putzmitteln und Eimer. Das war wirklich lustig.“ 

Tram vs. Bus
Ob ihm die Tram lieber ist oder der Bus, kann Philipp nicht sagen: „Tramfahren ist wie Heimkommen, aber der Bus ist gerade spannender, weil es noch Neuland ist“ Wird er das Triple irgendwann mit der Fahrerlaubnis für die U-Bahn vollmachen? Philipp schüttelt den Kopf: „Oben bekommt man mehr mit, hat Kontakt zu den Fahrgästen und muss aufs Wetter achten – wenn es regnet oder schneit, muss ich vorsichtiger fahren.“ Eine große Umstellung, die sich von Tram auf Bus ergeben hat, war, dass auf einmal ein linker Außenspiegel da ist: „Den kannte ich von der Trambahn nicht, hier gibt es nur auf der rechten Seite einen Spiegel, damit man den Ein- und Ausstieg der Fahrgäste und den Bahnsteig sehen kann. Erst hat er mich beim Bus gestört, dann habe ich ihn später bei der Tram vermisst.“ 

Wenn Philipp nicht gerade hinter dem Steuer sitzt, ist er übrigens für die MVG bei der Fahr- und Dienstplanung im Büro tätig: „Das ist super, da kann ich mein Wissen als Busfahrer einbringen und ganz konkret etwas verbessern. Das ist ein abwechslungsreicher Arbeitsalltag: im Büro und draußen auf der Straße.“ 

 

Mehr dieser tollen Fotos findet ihr übrigens auf Philipps Instagram-Kanal: https://www.instagram.com/philippkrauss/