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Blick ins Werk der Doppeltraktionszüge

26. Mai 2017

Die jüngste Tram-Bestellung der SWM/MVG umfasst eine Charge besonderer Züge: sogenannte Doppeltraktionswagen. Das sind Trambahnen, die bei Bedarf zusammengekoppelt werden können - für ein Extra an Platz. Der wird auf mehreren Linien dringend benötigt.

Neun Zweiteiler, neun Dreiteiler und vier Vierteiler vom Typ Avenio fertigt der Hersteller Siemens im Wiener Werk für München. Die zwei- und dreiteiligen Züge können zusammengekoppelt werden. Die 22 Züge verstärken den Tram-Fuhrpark  - das ist auch notwendig, weil jedes Jahr mehr Fahrgäste die Straßenbahn nutzen.

Da die Züge sich lange Zeit in München nützlich machen sollen - sie sind für 30 bis 40 Jahre Betriebsdauer ausgelegt -, baut die MVG gleich vor und schafft Flexibilität: Wo besonders viele Fahrgäste mitmöchten, bringen die Doppeltraktionszüge in naher Zukunft richtig viel Kapazität. Jeder Zug kann aber auch solo losgeschickt werden - in Zeiten geringerer Nachfrage spart das Energie und schont das Material. 

Im Wiener Werk sind derzeit mehrere Züge in unterschiedlichen Entwicklungsstadien zu sehen. Hier laufen beispielsweise Schweißarbeiten an der Karosserie eines Kopfteils: 

Eingerüstet steht ein bereits weiter ausgebautes Wagenteil in der großen Halle:

Hier ist der Innenausbau schon vorangeschritten - wenngleich die Sitze noch polsterlos sind:

Acht vierteilige - allerdings nicht koppelbare - Avenios besitzt die MVG bereits seit 2014. Zufrieden mit den modernen, hellen, kapazitäts- und zugstarken Trambahnen sind seither die Fahrer und auch die Fahrgäste. Mit dem Nachschub vom gleichen Fahrzeugtyp wird die Zufriedenheit der Nutzer hoffentlich ebenso hoch sein. Den Werkstätten erleichtert der höhere Anteil von Zügen des Typs T zudem die Vorratshaltung von Ersatzteilen und die Wartungsabläufe.

Foto unten: Bitte noch nicht einsteigen - auch wenn es fast schon danach aussieht. Das Kopfteil lässt eine leicht veränderte Form im Vergleich zum Vorgängermodell erkennen.

Die 22 neuen Züge sollen ab 2018 nach und nach zu SWM/MVG kommen.

Aktuell können nur wenige Trambahnen im Münchner Tram-Fuhrpark gekoppelt werden, nämlich die letzten im Betrieb verbliebenen "Oldies", die P-Wagen. Diese Gespanne aus den 1960er-Jahren bestehen jedoch aus einem Triebfahrzeug und einem Anhänger, der selbst ohne Antrieb ist. Im Gegensatz dazu verfügen alle Avenio-Züge der jüngst bestellten Charge - auch die kurzen Zweiteiler - über einen Motor und einen Fahrerstand. 

Wo die nagelneuen Doppeltraktionszüge als erstes fahren werden, steht schon fest: auf der Linie 20/21, wo durch die Hochschule besonders großer Andrang herrscht. Davon profitieren aber auch weitere Linien: Die großen Züge, die derzeit auf der Linie 20/21 im Einsatz sind, wechseln auf die stark ausgelasteten Schienenstrecken entlang der Arnulfstraße sowie über Lehel und Max-Weber-Platz in Richtung St. Emmeram. Das bedeutet auch dort mehr Kapazität - die Fahrgäste wird es freuen.

Fotos: Wolfgang Wellige

Mehr zur aktuellen Tram-Bestellung lesen Sie im MVG Kundenmagazin MVGinfo 2/2017.