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Herausgeputzt für die Wiesn

25. September 2017

Während der zwei Oktoberfestwochen fällt viel Müll in den U-Bahnhöfen und -zügen an. Damit die U-Bahn trotzdem möglichst sauber bleibt, legt die MVG Sonderschichten in puncto Reinigung ein. Wir haben zwei Mitarbeiter begleitet.

Allein an den U-Bahn-Endhaltestellen sind bis zu 13 Mitarbeiter pro Tag zusätzlich zum sonstigen Reinigungspersonal im ständigen Einsatz, um in den Fahrzeugen den Abfall einzusammeln und sauber zu machen. An der Endstation Neuperlach Süd, wo mit der U5 eine der wichtigsten Wiesn-Linien endet, haben Kosta und Florin jedes Jahr alle Hände voll zu tun. 


Florin (links) und Kosta scannen die U-Bahn mit Profiblick: Ihnen entkommt kein Kaffeebecher und keine Papiertüte.

Von 16 Uhr bis Mitternacht
Die Sonderreinigung der U-Bahnzüge bedeutet viele Extraeinsätze. Der Grieche Kosta steht jeden Tag von 16 Uhr bis Mitternacht am Abfahrtsgleis des U-Bahnhofs Neuperlach Süd. Er und sein Kollege kümmern sich darum, dass die Züge während der Betriebszeit sauber bleiben. "Ich bin nun das zweite Jahr dabei. Die Leute lassen so viel liegen, gerade habe ich eine angebissene Käsesemmel eingesammelt."

Sie müssen sehr flott arbeiten. Denn ein paar Minuten später fährt die U-Bahn wieder zurück Richtung Innenstadt. Kosta und sein Kollege Florin kennen die Zugtypen gut: "Der neue C-Zug ist praktischer zu reinigen als ältere U-Bahnen. Hier muss man nicht immer von Waggon zu Waggon wechseln." Allerdings: "Es gibt hier mehr Stellen, wo man den Müll nicht sofort sieht." Unter den diagonalen Sitzreihen ist so ein neuralgischer Punkt. 


Florin ist startklar und hat die roten Müllsäcke bereits in der Hand - alle paar Minuten fährt ein Zug ein. 

Lippenstifte und Schweinshaxn
Kosta zieht mit rotem Müllsack und blauen Handschuhen ausgerüstet durch die Reihen. Er hat schon viele kuriose Dinge gefunden: "Unzählige Lippenstifte und sogar ein Kopfkissen!" Letztes Jahr hat er eine frische Schweinshaxe weggeräumt: "Die war noch warm." Sein Kollege Florin aus Rumänien erzählt: "Einmal lag da ein zerbrochener Glastisch, den mussten wir zu zweit aus der U-Bahn heben, so schwer war er."

"Je später es wird, desto mehr ist zu tun", sagt Kosta: "Zeitweise kommt alle paar Minuten ein Zug rein, da müssen wir schnell sein." Sobald die U-Bahn zur Abfahrt auf Gleis 2 einfährt, gehen die beiden los: Jeder an ein Ende der U-Bahn - in der Mitte treffen sie sich. Mit aufmerksamem Blick scannen sie den Boden, die Fenster, die Sitze. Mandel- und Popcorntüten, Plastikrosen vom Schießstand, eine zerfledderte Zeitung - nichts enkommt der roten Tüten. "Wir finden aber auch viele Handys und Schlüssel." Die kommen ins MVG Fundbüro.

Schnell und gründlich
Sekunden vor der Abfahrt steigen die beiden aus dem Zug. Natürlich sind sie auch schon mal unabsichtlich mitgefahren. "Wir putzen dann einfach während der Fahrt und steigen an der nächsten Station aus", erzählt Florin. Zwischendrin kommen auch ganz akute Reinigungsaufrufe: Wenn ein Wiesn-Heimkehrer seinen Mageninhalt nicht bei sich behalten konnte, dann muss jemand vom Reinigungsteam schnell dorthin und saubermachen. 


Wenn die meisten Fahrgäste schon auf die Abfahrt warten, ist Florin bereits mit dem halben Zug fertig. 

Fitnessstudio? Überflüssig!
Die Fahrgäste, viele von ihnen in Tracht, steigen ein. Florin erzählt: "Die meisten haben gute Laune, weil sie zur Wiesn fahren. Die Leute werfen ihren Abfall oft gleich in unsere Tüten." Natürlich haben manche auf dem Rückweg auch eine Maß zuviel intus und wollen reden. "Aber wir haben keine Zeit", erklärt Florin, der flott unterwegs ist: "Wir machen jeden Tag viele Kilometer, ins Fitnessstudio müssen wir nicht mehr ..."