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Kindheitstraum U-Bahnfahrer

17. Juli 2013

„Mami, wenn ich groß bin, werd‘ ich U-Bahnfahrer!“ Solche Sätze hört man im öffentlichen Nahverkehr häufiger, meist von kleinen Buben mit leuchtenden Augen.

Die dazugehörige Frau Mama nickt verständnisvoll. Denn Klein Konstantin wollte gestern noch Tierarzt, vorgestern Profifußballer und die Woche zuvor unbedingt Feuerwehrmann werden. Wenn man sich den Traumberuf bis ins Erwachsenenalter bewahrt hat, stellt sich die Frage: Wie wird man eigentlich Fahrer bei der MVG?

Ganz einfach, man bewirbt sich. Und zwar mit vollständigen Bewerbungsunterlagen: Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse … Man braucht zusätzlich einen Autoführerschein, muss mindestens 21 Jahre alt sein und gut Deutsch können. Bayerisch verstehen ist grundsätzlich auch ganz hilfreich, denn Fragen von eingeborenen Münchnern können schon mal erst Unverständnis auslösen: „Woaß du bittschee, wia i in’d Boccestraß‘ kumm?“ Was auf Hochdeutsch übersetzt heißt: „Wie bitte komme ich in die Poccistraße?“ Außerdem sollte man als Fahrer ausgesprochen verantwortungs- und pflichtbewusst sein. Denn als U-Bahnfahrer muss man z.B. darauf achten, dass alle Fahrgäste vor der Abfahrt sicher ein- und ausgestiegen sind.

Dabei kann man, wenn man rhetorische Ambitionen hat, ganz locker ein Sprechtraining einbauen: „Zuuuuuurrrrrückbleiben bitte!“ Wenn man das zu Messezeiten auch noch mehrsprachig kann, umso besser! Und so einen Auftritt vor großem Publikum hat man sonst im Alltag ja eher selten. Manchem U-Bahnfahrer wird sogar komödiantisches Talent nachgesagt: „Bitte auch in den mittleren Wagen einsteigen – des kost‘ auch nicht mehr!“ Fahrer sein ist mehr als nur eine U-Bahn, einen Bus oder eine Tram steuern. Vor allem Kontakt zu Menschen darf man nicht scheuen, denn sie gilt es sicher und schnell von A nach B zu bringen. Und ab und zu muss man auch mal Fremdenführer spielen.