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Frischluft im U-Bahntunnel

03. September 2020
sz

Zugegeben: Es gibt lauschigere Plätzchen in München als unsere Gleisbaustelle. Neben dem Geräuschpegel im U-Bahn-Tunnel an der Münchner Freiheit ist es dort vor allem warm und staubig.

Während Ohrenschützer schnell aufgesetzt sind, braucht es für angenehme Temperaturen und frische Luft unter der Erde etwas mehr Aufwand. Insbesondere wenn der poröse Altschotter ausgebaggert wird, gelangen große Mengen Staub in den Tunnel.  Eine sogenannte Bewetterungsanlage sorgt an der Münchner Freiheit dafür, dass die Luft frisch bleibt und die Arbeitsschutz-Grenzwerte eingehalten werden. Und diese Anlage hat ganz schön stattliche Ausmaße! Die Technologie kommt aus dem Bergbau: 24 riesige Ventilatoren sorgen für einen konstanten Luftstrom mit einer Geschwindigkeit von 1,3 Meter pro Sekunde. Dadurch entsteht ein Sog, der frische Luft in den Tunnel transportiert und Abluft aufnimmt, die gereinigt wird. Ganz nebenbei sinkt so auch die Temperatur in der Baustelle.

Ein paar Ventilatoren am Anfang der Baustelle sind vom Bahnsteig aus gerade noch sichtbar. Der Rest ist an verschiedenen Stellen im Tunnel angebracht. Der Luftzustand im Tunnel wird laufend gemessen und überwacht. So können die diversen Lüfter bedarfsgerecht gesteuert und ein optimales Baustellenklima hergestellt werden. Mit dieser Technik ist die Luft unter der Erde sauber und kühl. 


Ventilatoren sind überall über das Baufeld verteilt

Von der Tunneldecke hängend und vertikal angeordnet lassen die Ventilatoren zudem genügend Platz, um Arbeitsfahrzeuge oder Züge, die zur Technischen Basis unterwegs sind, passieren zu lassen.
Ventilatoren hängen an der Tunneldecke

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Anlage sind die Wände aus schwarzer, schwer entflammbarer Folie, die den Tunnel stellenweise durchziehen und damit unterteilen. Das macht die Belüftung besonders (energie-) effizient: Sie findet nur dort statt, wo gerade gearbeitet wird. 

Links sind Wände aus schwer entflammbarer Folie angebracht

Am Ende der Baustelle wird die Abluft schließlich über vier große Öffnungen in einer für diesen Zweck installierten Wand aufgenommen und in die Entstaubungsanlage geleitet.

 
In diese vier Öffnungen strömt die Abluft 

Der „Entstauber“ ist auf aufgrund seiner Größe der imposanteste Teil der Bewetterung. Auf mehreren Gleisanhängern steht er kurz vor dem U-Bahnhof Giselastraße auf einem Abstellgleis. Dort reinigen insgesamt vier Entstaubungsanlagen fast rund um die Uhr 4.000 Kubikmeter Luft pro Minute.

Hier ist der Entstauber in voller Größe zu sehen

Ist die Luft gefiltert und von allen Partikeln gereinigt, wird sie wieder in den Tunnel abgegeben. Der angefallene Staub wird unterdessen in großen Säcken gesammelt und fachgerecht entsorgt. Um die Bewetterungsanlage zu betreiben, benötigen wir eine Leistung von 550 kW. Das langt zwar nicht, um unsere Gleisbaustelle an der Münchner Freiheit wirklich gemütlich werden zu lassen, aber für ein sicheres und angenehmes Arbeitsklima reicht es allemal aus!

Mehr Beiträge zur Weichenerneuerung Münchner Freiheit findet ihr hier.