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Das passiert auf dem gesperrten Gleis

14. August 2017

An allen vier August-Wochenenden geht es auf der U1/U2 im Zentrum nicht so flott wie sonst voran: Zwischen Hauptbahnhof, Sendlinger Tor und Kolumbusplatz werden alle Züge über ein Gleis gelenkt. Weil beide Linien durch das Nadelöhr müssen, können die U-Bahnen dort ganztags nur im 20-Minuten-Takt fahren. Doch was passiert in der Zeit eigentlich auf dem anderen Gleis?

An dem Bahnsteig, der für die Fahrgäste gesperrt ist, nehmen Bauarbeiter die gelbe Wandverkleidung im gesamten Halbrund ab und legen die rohen Wände des Tunnels frei. Das dient der Vorbereitung nachfolgender Arbeiten. Ein Baustellenzug steht im Gleis fürs Material bereit. 

Am Übergang vom Bahnsteig in den Tunnel finden beeindruckende Arbeiten statt. Hier entstehen später die Verbindungs-Durchbrüche zwischen den derzeit von der Oberfläche aus gegrabenen Erweiterungsbauwerken und den bestehenden U-Bahnröhren.

Künftig sollen Fahrgäste, die nicht zur U3/U6 wollen, diese Abkürzung nehmen können. Derzeit gibt es nur den schmalen Verteilerbereich in der Bahnsteigmitte, den alle nutzen müssen - egal, ob sie zur höheren U-Bahn-Ebene oder raus in die Stadt möchten. Der wichtigste Teil der Bauarbeiten am Sendlinger Tor dient dazu, die bekannten Engstellen im teilweise über 45 Jahre alten U-Bahnhof zu entzerren.

Als sichere Methode, um das Erdreich für den Anschluss des neuen Bauwerks an den U-Bahnhof zu stabilisieren, wird in einer späteren Bauphase der Baugrund vereist. Damit das alte Bauwerk die späteren Durchbrüche auch aushält, werden die betroffenen Röhrenbereiche jetzt massiv verstärkt. Die logistische Herausforderung dabei: Wie bekommt man den benötigten Beton ins dritte Untergeschoss? Ein "Betonierzug" und eine lange Betonierleitung, die über den Notausstieg geführt wird, sind die Lösung.

 

Und so schaut es aus, wenn der erste Teil der Betonage fertiggestellt ist (Foto unten):

 

Während der Wiesn pausieren die Arbeiten übrigens: In der Zeit wird die volle Kapazität der U-Bahn im Zentrum benötigt. Danach wird von Anfang Oktober bis Ende November 2017 das Konzept mit ausgedünnten Takten auf der U1/U2 noch an sieben weiteren Wochenenden sowie an Abenden unter der Woche fortgesetzt. Im kommenden Jahr ist zusätzlich die Röhre der U3/U6 an der Reihe. Auch dort müssen die Fahrgäste dann an mehreren Terminen übers Jahr mit einem spürbar eingeschränkten Takt rund ums Sendlinger Tor rechnen.  Nur so lässt sich das Prinzip der Baustelle unter laufendem Betrieb in einem der meistgenutzten U-Bahnhöfe der Stadt umsetzen.

Alle Folgen des Bautagebuchs Sendlinger Tor lesen Sie hier im MVG Blog.