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Von Höhlenmalereien und alten Schildern ...

27. April 2018
vk

Wer am Bahnsteig der U1/U2 am Sendlinger Tor wartet, kann dieses Geflecht aus Linien und Zahlen entdecken. Hierbei handelt es sich, obwohl schon auf unserer MVG Facebookseite wild spekuliert wurde, weder um Höhlenmalerei noch um einen U-Bahnnetzplan fürs Jahr 2080 ...

Im Zuge der Sanierung und Modernisierung des U-Bahnhofs Sendlinger Tor werden die Wandverkleidungen im Gebäude abgenommen. Es müssen die Wände darunter saniert und die Verkleidungen erneuert werden. Die Bahnsteigebene U1/U2 ist schon recht nackt, zutage tritt der blanke Beton. Darauf sind wiederum interessante Dinge zu entdecken. Zum Beispiel diese hier:


Foto @ Max Legat

Bei den Linien und nebenstehenden Zahlen handelt es sich um eine sogenannte Rissmarkierung. Die Linien kennzeichnen jeden noch so kleinen Riss in der fast 40 Jahre alten Betonwand. Die daneben notierte Zahl dokumentiert die jeweilige Breite in Millimetern. 0,3 steht also für 0,3 Millimeter. Solche kleineren Schäden an den Wänden sind nichts Ungewöhnliches und stellen kein Risiko dar. Die Wand wird im Rahmen der laufenden Sanierung instand gesetzt. 

Aber nicht nur die Dokumentation des Statikers findet sich an den Wänden, sondern auch diese alte Anweisung fürs Personal: „Achtung Fahrbetrieb, Stollen nur auf Laufsteg begehen!“

Als nächstes wird auf der Ebene U3/U6 die Wandverkleidung entfernt. Mal schauen, ob da auch etwas zu entdecken ist!

Alle Beiträge im Baustellentagebuch Sendlinger Tor zum Nachlesen hier im Blog.