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Erfolgreiche Operation: Herzstück eingebaut

07. September 2016

1,3 Kilometer: Das klingt erstmal gar nicht besonders lang. Doch diese Strecke kann gewaltig werden - vor allem, wenn man als Leiter der Baustelle für die Tram Steinhausen ständig vom einen zum anderen Ende gelangen muss.

Ein Team aus hauseigenen Meistern und Ingenieuren, allesamt erfahren in Sachen Neubaustrecken, ist derzeit täglich im Osten der Stadt unterwegs, um die Fortschritte an der Baustelle für die Tram Steinhausen zu überwachen. Da es meistens eilt, wenn eine beauftragte Baufirma ruft, hilft ein Fahrrad: Mehrere hundert Kilometer ist er schon gefahren, schätzt ein Kollege - und zwar nur zwischen Einsteinstraße und Kreuzung Truderinger / Hultschiner Straße. Hin und her und wieder hin. Bis Mitte Dezember die Streckenverlängerung der Linie 25 eröffnet wird, dürften noch einige hundert Kilometer dazukommen.

Gut zu erkennen: der Übergang vom Straßen- zum Rasengleis.

In den Sommerferien wurde auf Höhe der Einsteinstraße 148, wo die bestehenden an die neuen Gleise angeschlossen werden, ein zentrales Element realisiert. Es ist sozusagen das Herzstück der Tram Steinhausen: Das Gleisdreieck an der Zufahrt zum Trambetriebshof, das den Zügen künftig ermöglicht, hier in beide Richtungen abzubiegen, ist nach wochenlanger Arbeit mit schwerem Gerät eingebracht.

Im Untergrund sind vorab unzählige Kubikmeter Boden ausgebaggert worden, sogenannte Sparten wie Wasser- und Stromleitungen wurden umgelegt und darüber tragendes Erdreich verdichtet. Im Verborgenen steckt außerdem ausgeklügelte Technik: Für stabile Gleisbögen sorgt Stahlbewehrung im Beton, im Weichenbereich ist jedoch eine Kunststoffbewehrung nötig: Mit Metall würden die automatischen Sperrkreise, die mittels Magnetfeldern die Weiche für die Tram einstellen, nicht funktionieren.

Voraussichtlich Mitte der ersten Septemberwoche sind auf Höhe der Einsteinstraße 148 die Abnahme des Gleisdreiecks sowie der Anschluss der alten und neuen Schienen abgeschlossen, dann müssen die Straßenbahnen nicht mehr die provisorischen Aus- und Einfahrten nehmen. Zum Ende der Sommerferien am 13. September soll der Straßenbau so weit sein, dass die Verkehrsteilnehmer wieder freie Fahrt auf der Einsteinstraße Richtung Autobahn bekommen können.


Bald dürfen die Autos hier auch wieder stadtauswärts fahren.

Die Tram-Neubaustrecke besteht aus zahlreichen Bau-Stellen im wahrsten Wortsinn. An vielen verschiedenen Abschnitten geht es zur gleichen Zeit voran, damit die Eröffnung Mitte Dezember klappt. Die Schienen fürs Rasengleis entlang der Truderinger Straße liegen bereits auf ihrem Unterbau. Noch kann man hier das Münchner Rasengleissystem erkennen: die Gleise liegen fest auf Beton-Längsbalken, die Zwischenräume sind mit Kies gefüllt. Hierauf kommt eine Erdschicht, worauf künftig Rasen sprießt. 80 Masten für die Fahrleitung der Tram werden in Kürze entlang der Strecke aufgestellt.


Entlang der Truderinger Straße fährt die Tram künftig auf ihrem eigenen Planum, dafür braucht sie aber noch eine Oberleitung.

Die Wendeschleife am S-Bahnhof Berg am Laim ist derzeit noch eher zu erahnen. Auch der Ausbau der neuen Haltestellen, die Überfahrten zu Firmengeländen in direkter Nachbarschaft sowie der Garten- und Landschaftsbau folgen noch bis in den Spätherbst. Bis dahin wird das Bauteam der MVG wohl noch fleißig radeln.

Die weiteren Artikel aus unserem Bautagebuch Tram Steinhausen: www.mvg-mobil-blog.de/baustellen/tram-steinhausen

Das Projekt Tram Steinhausen im Internet: www.tram-steinhausen.de