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Halfpipe? Nein: ein leerer U-Bahntunnel

29. Dezember 2016

Diesen Anblick gibt es eigentlich nie: eine quasi nackte Tunnelröhre, von allen Elementen der Zugtechnik befreit. So schaut mittlerweile der Abschnitt zwischen Bonner Platz und Scheidplatz auf der U3 aus.

Dort, wo die Kompletterneuerung endet, bildet der Übergang vom freigeräumten Betonboden auf die Fahrtechnik mit Schotter, Schienen und Schwellen, wie man sie kennt, interessante temporäre Fotomotive. Das Blaulicht markiert den dortigen Notausstieg in der rechten Tunnelwand (nicht im Bild zu sehen).

Die Gelegenheit gibt es nicht oft: Ein Spaziergang auf dem blanken Tunnelboden.

Fast die Hälfte der Bauzeit während der Sperrung zwischen Münchner Freiheit und Scheidplatz wird dafür benötigt, sämtliche alten Elemente der Fahrtechnik abzutragen. Und das auf den gesamten 4.000 Metern der beiden dortigen Tunnelröhren.


Hier ist der Bagger am Bonner Platz bei den letzten Schotterresten angelangt. Foto: Wolfgang Wellige
 
Wobei, ganz blank ist der Tunnel eigentlich immer noch nicht: Was im neuen Jahr in der zweiten Baustellenphase eingebaut wird, liegt nämlich schon bereit. An den Seitenwänden stapeln sich 3.300 massive Eichenholzschwellen, die als Ersatz für die alten Betonschwellen in diesem U3-Abschnitt künftig die Gleise tragen werden.


Auf einem Absatz an der linken Tunnelseite sind die neuen Schwellen zwischengelagert. Foto: Wolfgang Wellige

Und auch die Schienenteile, rund 9.000 Meter Einzelschienen, liegen schon im Untergrund zum Einbau bereit. Gut zu sehen hier am Übergang zum Scheidplatz, wo die Kompletterneuerung endet.

Ein ungewöhnlicher Ausblick: von der Baustelle in den restlichenTunnel.

Und auch der neue Schotter ist schon geliefert: Auf einer Lagerstätte in Pasing bildet er derzeit stattliche Gebirge.

Der neue Schotter hat die richtige Größe für eine optimale Dämmwirkung.

Für den alten Schotter, der im Laufe der Jahrzehnte durch die Zugerschütterungen auf den bisherigen Betonschwellen zu klein gemahlen wurde, um noch die gewünschte Dämmwirkung zu erzielen, ist die Lebensdauer übrigens noch nicht zu Ende. Er wird gereinigt, dann weiter zerkleinert und im Asphalt verwendet. Damit dient er auch künftig der Münchner Mobilität - eine Ebene höher, auf den Straßen in unserer Stadt.

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