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U6-Baustelle – die Zweite

27. November 2013

2013 war die erste Hälfte der Gleisstrecke im Norden der U6 dran, 2014 geht es weiter: Ab 12. Mai bis 5. September 2014 muss die Strecke zwischen Studentenstadt und Kieferngarten für die Bauphase 2 gesperrt werden.

Dann erneuern die Fachleute dort den zweiten, über 40 Jahre alten Gleisstrang und begutachten die andere Hälfte der Heidemannbrücke auf Sanierungsbedarf. Die Fahrgäste kommen solange mit Ersatzbussen weiter. Das Konzept der zwei SEV-Linien hat sich bewährt: Zwischen Studentenstadt, Freimann und Kieferngarten fährt auch 2014 eine Ersatzbuslinie entlang der U-Bahntrasse. Eine zweite Expressbuslinie verbindet ohne Zwischenhalt Alte Heide und Fröttmaning – für alle, deren Ziel in Garching oder der Innenstadt liegt. Die U-Bahn-Sperrung wird 2014 allerdings drei Wochen länger dauern als heuer. Warum muss das sein?

Es gibt mehrere Gründe: Einige Sicherungseinrichtungen für die Baustelle blieben 2013 praktischerweise vor Ort, da sie 2014 wieder gebraucht werden. Dazu gehört eine provisorische Wand im Schotterbett, die verhindert, dass der Schotter von einem Gleis in die Baugrube daneben rutscht. Wenn die Sanierungsarbeiten ganz beendet sind, muss die Wand aber wieder weg. Und das geht nicht an einem Nachmittag. Auch werden – zusätzlich zu den Arbeiten von heuer u.a. mit Schotter- und Gleistausch auf 2,4 Kilometern Länge – rund 30 Kilometer Kabel für die Fahrstromversorgung der U-Bahn erneuert.

Und: Die Planer der MVG haben aus der Baustelle 2013 gelernt. Die tägliche Bauphase zwischen 6 und 22 Uhr verkürzte die Zeit, in der Züge aus dem U-Bahnnetz in ihren „Heimathafen“, die Technische Basis in Fröttmaing, gelangten. Mitunter kam eine U-Bahn wegen der arg kurzen Nachtphase nicht rechtzeitig vor dem nächsten Baustellentag zurück an ihren Startpunkt. 2014 sind die Bauzeiten mit 6 bis etwa 18 Uhr kürzer angesetzt. Das wird die Anwohner in Sachen Abendruhe freuen – und so bleibt mehr Zeit für Überführungsfahrten in die Werkstätten der Technischen Basis. Die dortigen Mitarbeiter bekommen einige Stunden mehr für Reparaturen und können die Züge rechtzeitig zurück ins Netz schicken, damit die übrigen Linien nicht unter der Baustelle im hohen Norden leiden.

Und nicht zuletzt bauen die Planer einen Schlechtwetter-Zeitpuffer ein: Busse und Fahrer für den Ersatzverkehr müssen frühzeitig bestellt werden – falls die Baustelle wegen Regengüssen länger dauert, wäre eine SEV-Verlängerung kurzfristig kaum machbar. Schließlich hat die MVG nicht so viele Busse und Fahrer, um den umfangreichen Ersatzverkehr allein zu stemmen – anderen Unternehmen helfen hier aus. Sollten die Bauarbeiten jedoch schneller als geplant laufen, dann könnte die Strecke womöglich früher als vorgesehen freigegeben werden. So wie es 2013 gelungen ist.