Startseite1108x277px_2014_Avenio.jpg

Stadtrundfahrt mit der Tram 16

20. Oktober 2014

Die Kollegen der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein hatten die nette Idee einer #ÖPNV-Blogparade. Da schließen wir uns natürlich gerne an – mit unserer Lieblingslinie, der Tram 16.

 

Wer als Besucher nach München kommt und was von der Stadt sehen will, kann mit der Trambahn fast alle Sehenswürdigkeiten abklappern. Der Vorteil dabei? Man kann sich Zeit lassen und muss nicht in einer einstündigen Hetzjagd Viktualienmarkt-Marienplatz-Leopoldstraße-Pinakotheken-und-Friedensengel machen. Auch für Münchner in dritter Generation lohnt es sich, die Stadt neu zu entdecken – denn wenn man ehrlich ist: Aus dem eigenen Viertel zieht es einen nicht allzu oft raus, oder?

Eine abwechslungsreiche Stadtrundfahrt kann man mit der Tramlinie 16 machen. Als Ausgangspunkt empfiehlt sich hier beispielsweise der Stachus im Herzen von München. Der Stachus, wie ihn jeder eingefleischte Münchner nennt und über „Karlsplatz“ nur die Nase rümpfen kann, ist mehr als nur ein Verkehrsknotenpunkt. Denn das Karlstor ist aus dem Mittelalter und neben Isartor und Sendlinger Tor eines der drei erhaltenen Stadttore. Wer jetzt einem Einkaufsbummel in der Neuhauser Straße widersteht, der kann vom Stachus aus mit der Tram 16 in Richtung St. Emmeram bis zum Isartor fahren. Im Turm des Isartors ist das „Karl-Valentin-Musäum“ untergebracht – zu Ehren des Komikers Karl Valentin und seiner Gefährtin Liesl Karlstadt. Ein Blick auf die Uhr am Isartor ist irreführend, denn auch hier sind die scherzhaften valentin’sche Einflüsse erkennbar: Stunden- und Minutenzeiger sind vertauscht.

Wer vom vielen Lachen Bauchschmerzen bekommen hat oder wem der Sinn nach Ernsthaftem steht, der kann eine Haltestelle nach dem Isartor am Deutschen Museum aussteigen. Technikfans können hier ganze Tage verbringen – als echter Münchner hat man sicherlich einige Schulausflüge im Museum auf der Insel gemacht … Weiter geht’s zum Wiener Platz, wo der Hofbräukeller im Sommer mit den schattigen Kastanien einen schönen Abschluss bildet. Oder man hat noch genug Energie übrig, um Haidhausen zu erkunden: Die kleinen Arbeiterhäuschen mit den niedrigen Gaubendächern wie das „Üblacker-Häusl“ sind charakteristisch für das Viertel und bieten einen reizvollen Kontrast zu  den hoch gewachsenen Gründerzeithäusern aus der Jahrhundertwende.

Wer in der Tram noch weiter in Richtung St. Emmeram fährt, kommt am Effnerplatz mitten unter einem Kunstwerk durch und kann einen spektakulären Blick aus dem Fenster genießen. Die Stahlkonstruktion „Mae West“ schaut ein bisschen aus wie eine Sanduhr – da sie an die durchaus kurvenreiche Figur des US-Filmstars aus den 30er Jahren erinnern soll, ist das auch kein Wunder.



Auf der jüngsten Münchner Trambahnstrecke, die 2012 fertig gebaut wurde, fährt man weiter Richtung St. Emmeram. Ein paar Haltestellen nach dem Effnerplatz später kommt man am Fritz-Meyer-Weg an einem kuriosen Hochhaus aus dem Jahr 1984 vorbei. Das 18-stöckige Pharao-Haus hat einen dreiflügeligen Grundriss mit vielen kleinen Terrassen. Seinen Namen trägt es, weil es von weitem wie eine ägyptische Pyramide aussieht. Ein paar Stationen später befindet sich an der Endhaltestelle St. Emmeram eine Wendeschleife. Hier kann, wer will, gleich sitzenbleiben und auf den grünen Rasengleisen wieder in die Stadt zurückfahren – oder direkt mit etwas mehr Zeit bis zum Romanplatz.



Von dort aus kann man nämlich einen kleinen Spaziergang zum Nymphenburger Schloss machen und in manchem Winter am zugefrorenen Schlosskanal den Eisstockschützen und Schlittschuhläufern zusehen. Im Schloss findet man neben prächtigen Kronleuchtern und prunkvollen Sälen auch die Schönheitengalerie von Ludwig I., in welcher der Bayernkönig die schönsten Frauen der Zeit porträtieren ließ, unter anderem die berühmt-berüchtige Lola Montez: Die Liebschaft mit ihr kostete Ludwig I. übrigens den Thron.