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Schönheiten der 90er

07. April 2014

Nein, hier wird nicht die Rede sein von den Topmodels der Neunziger … sorry, also keine Claudia Schiffer, Naomi Campbell oder Linda Evangelista.

Uns geht es, wie könnte es im MVG Blog auch anders sein, um die schönsten Münchner U-Bahnhöfe der 90er-Jahre. Wir haben dabei so objektiv wie möglich fünf Schönheiten herausgepickt, die von 1996 bis 1999 eröffnet wurden. Vielleicht ist ja auch Ihr Lieblingsbahnhof darunter?


Westfriedhof (1996)
Durch die rauen und dunklen Wände wirkt die U-Bahnstation wie eine große, blau schimmernde Höhle. Der Bahnsteig ist aber trotzdem sehr hell, denn über ihm hängen elf riesige Lampenschirme von knapp vier Meter Durchmesser. Sie sind innen in den Grundfarben blau, rot und gelb lackiert. Das Lichtkonzept stammt übrigens vom Lichtdesigner Ingo Maurer, dem auch der U-Bahnhof Münchner Freiheit seine charakteristische Ausleuchtung verdankt. Äußerst luftig wirkt der Bahnhof, weil die Zugangsbereiche – Treppen, Aufzug und Rolltreppen – ganz offen mit der eigentlichen Bahnhofshalle verbunden sind. Und ab und zu kann man am Westfriedhof auch Regenbögen sehen …


Hasenbergl (1996)
In diesem Bahnhof sticht zuallererst das blattförmige Deckensegel ins Auge, das sich über den kompletten Bahnsteig zieht. Aus perlmuttfarbigen Blechpaneelen gebaut, hebt es sich in einem Hell-Dunkel-Kontrast von dem nachtblauen Hintergrund ab. Die Seitenwände der Bahnsteighalle spiegeln und brechen das Licht dank ihres Materials: Glaspaneele mit Glasgespinst in einem Edelstahlrahmen. Sperrengeschosse und Bahnsteighalle sind durch Treppenanlagen und verglaste Galerien voneinander getrennt, bilden aber ansonsten eine stimmige Einheit.


Candidplatz (1997)

Die Haltestelle Candidplatz der Linie U1 ist einer der farbenfrohsten Münchner U-Bahnhöfe. Der Farbverlauf entlang des gesamten Bahnsteigs erinnert an einen gewaltigen Regenbogen. Die Gestaltung des Bahnhofs dauerte vier Monate und wurde mit einem Air-Brush ähnlichen Verfahren auf die Wände gebracht. Die Station wurde nach dem Maler und Bildhauer Pietro Candid (um 1548-1628) benannt, der lange Zeit in München lebte und arbeitete.


St.-Quirin-Platz (1997)

Der St.-Quirin-Platz liegt auf dem Südast der U1. Dieser Bahnhof ist architektonisch einzigartig: Dank der Hanglange und der Nähe zur Oberfläche konnte eine aufwendige Dachkonstruktion aus Glas realisiert werden. Obwohl der Bahnhof noch unterirdisch liegt, kann man durch die geschwungene Öffnung in der Decke und das muschelförmige Glasdach vom Bahnhof aus einen Blick nach außen werfen.


Kreillerstraße (1999)

Die Kreillerstraße in Berg am Laim. Die Station der Linie U2 im Osten Münchens hat rot gestrichene Betonwände, die über die gesamte Bahnsteiglänge mit Lochblechtafeln verkleidet sind. Die Tafelreihen werden von zwei abstrakten Ziegelreliefs durchbrochen, welche Schülerinnen und Schüler des nahegelegenen Michaeli-Gymnasiums entworfen haben. Die Ziegel haben Geschichte: Sie erinnern an die ehemaligen Ziegeleien des Stadtteils Berg am Laim, der durch reiche Lehmvorkommen gesegnet war. Übrigens kommt daher auch der Name, denn Laim bedeutet Lehm.

 

U-Bahnhöfe aus den anderen Jahrzehnten finden Architekturinteressierte und Untergrundfans übrigens hier:

Oldies but Goldies - U-Bahnhöfe der 70er

U-Bahnhöfe der Achtziger

Die Jungspunde - Bahnhöfe der Nuller Jahre