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Kuriose Fundstücke und glückliche Verlierer

03. März 2015

Egal ob Handtasche samt wichtiger Dokumente oder die Lieblingsmütze mit dem lustigen Bommel: Wer etwas in U-Bahn, Bus oder Tram verliert, hat gute Chancen, sein Hab und Gut im MVG Fundbüro in der Elsenheimerstraße 61 zurückzubekommen. Bereits online kann man im Voraus recherchieren, ob der persönliche Schatz möglicherweise dort abgegeben wurde, sich der Weg dorthin also lohnt.

„Meine Güte“, ruft die Frau hocherfreut, als sie den gesuchten bunten Sportbeutel entdeckt. „Dass mein Enkel seine geliebten Schienbeinschoner doch noch wiederbekommt. Er war todunglücklich, vielen herzlichen Dank!“ Anton Sapper überreicht ihr das Fundstück. Er arbeitet im MVG Fundbüro und freut sich bei jeder gelungenen Zusammenführung ein bisschen mit: „Gerade war jemand zum zweiten Mal da und hat jetzt auch seinen Schlüssel gefunden. Es ist natürlich schön zu beobachten, wenn die Leute dann übers ganze Gesicht strahlen.“



Es gibt anscheinend wirklich nichts, was die Fahrgäste nicht in U-Bahn, Bus und Tram verlieren: Nagelneue Turnschuhe, eine riesengroße Suppenschöpfkelle, Kinderbuggys, Pelzjacken, verpackte Weihnachtsgeschenke und Unmengen an Geldbeuteln, Schlüssel und Handys. Vor ein paar Tagen wurde sogar ein Bund Tulpen abgegeben – hier ist mit einer Übergabe allerdings kaum mehr zu rechnen, er schmückt nun den Tresen des Fundbüros (siehe Foto).

Auch Fundstücke haben Saison
Was verloren wird, richtet sich auch nach der Jahreszeit. Robert Gräcmann, Fachteamleiter im MVG Fundbüro, sagt: „Wenn es regnet, haben wir Unmengen von Schirmen und im Winter bekommen wir laufend Mützen und Handschuhe, Schals und Jacken.“ Zum Oktoberfest waren auffallend viele Eheringe im Angebot. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt … Auch ein Paar Haferlschuhe und Plastikrosen wurden abgegeben. Die meisten Regale sind allerdings mit Rucksäcken und Einkaufstaschen gefüllt. Sie sind nach Fundmonaten und – um der schieren Menge überhaupt Herr zu werden – sortiert und danach, ob sie ein oder zwei Henkel haben.



Die Mitarbeiter des Fundbüros bringen so manch verlorenen Gegenstand auch ohne Zutun der Fahrgäste wieder auf den richtigen Weg, erklärt Robert Gräcmann: „Frankierte Briefe geben wir bei der Post auf und Leihbücher aus der städtischen Bibliothek, die einen Aufkleber tragen, schicken wir dorthin zurück.“ Für MVG Abokunden gibt es noch einen besonderen Service. „Da vermerken wir in der Datenbank, dass der gefundene Geldbeutel samt Monatskarte in unserem Fundbüro liegt. Der Kunde erfährt das im MVG Kundencenter, wenn er sich eine Ersatzkarte holen will. Er spart die Gebühr und bekommt zudem sein Portemonnaie zurück.“


Viele Dinge werden allerdings gar nicht wieder abgeholt: Eine brandneue Slackline, eine schicke Musikstation fürs Smartphone, eine Gitarre und eine teure Damenhandtasche warten seit Monaten vergeblich in den langen Regalen darauf, dass ihre Besitzer sie mitnehmen. Nach der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von einem halben Jahr Aufbewahrungspflicht sollen sie versteigert werden.