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Oldies but Goldies - die ersten U-Bahnhöfe

23. Februar 2015

1972 fanden die olympischen Sommerspiele in München statt. Wenn man an Olympia in München denkt, denkt man vielleicht auch an das Maskottchen, den Dackel Waldi, an die stilvollen Piktogramme und Plakate von Otl Aicher und natürlich auch die Goldmedaillen, die von der Hochspringerin Ulrike Meyfahrt und dem Schwimmer Mark Spitz errungen wurden.

Zu dem sportlichen Großereignis wurden aber auch die ersten Münchner U-Bahnhöfe auf der U3 gebaut. Einige Stationen aus den 70ern wie die Münchner Freiheit sind inzwischen saniert worden. Andere Bahnhöfe bestehen immer noch unverändert – ein Stück Zeitgeschichte. Die Details der Architektur erschließen sich hier eher auf den zweiten Blick.

Ein wahrhaft historisches Datum für den Bau der Münchner U-Bahn war der 1. Februar 1965: Am U-Bahnhof Nordfriedhof wurde da der erste Stahlträger in den Boden gebohrt – vom damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel und Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel. Sechs Jahre später wurde er dann eröffnet. Farblich dominieren die Töne Ockergelb, Blau und Orange, die sehr plakativ eingesetzt sind und einer strengen, geometrischen Linienführung folgen:

Gut drei Monate vor dem Beginn der olympischen Spiele wurde der U-Bahnhof Bonner Platz am 8. Mai 1972 eröffnet. Er liegt mitten im Herzen Schwabings, die Hintergleiswände sind von der bayerischen Bildhauerin und Keramikerin Christine Stadler gestaltet. Direkt in die Schalung der Wände, die aus Sichtbeton sind, ließ sie Reliefs ein – mit unterschiedlichsten Motiven: Gänse, Bäumen und Schlangen, wie hier im Foto zu sehen. Die Linienfarbe der U3, orange, zieht sich als Linienband über die kompletten Hintergleiswände.



Die Künstlerin Christine Stadler hat auch die beiden Bahnhöfe Scheidplatz und Petuelring im Münchner Norden mitgestaltet. Während die Hintergleiswände am Scheidplatz U-Bahnwagen zeigen, die wie Negative in die Wände gedrückt zu sein scheinen, sind bei denen am Petuelring abstrakte Formen mit vergoldeten Elementen an der Wand zu sehen. Selbst die Bahnsteigenden, bzw. Rolltreppenaufgänge ähneln sich: Beide sind mit Keramikfliesen ausgestattet, die einem am Scheidplatz königsblau mit Meerestieren entgegenleuchten, am Petuelring findet man sie in Grüntönen:


Vergoldete Elemente an den Hintergleiswänden im Bahnhof Petuelring ...


... wo die leuchtend blauen Fliesen durch orange Elemente unterbrochen werden.


Am Scheidplatz sind Zug-Reliefs in die Sichtbetonwände eingelassen ...


... und die Fliesen sind hier in Grüntönen gehalten.

Und last but not least der Harras, der jüngste unserer Oldies. 1975 ist der Bahnhof, der nach dem gleichnamigen Platz an der Oberfläche benannt ist, eröffnet worden. Hier sind vor allem die Bahnsteigabgänge graphisch sehr interessant gestaltet. Einmal mit einer schwungvollen Wellenlinie, und einmal ganz streng geometrisch:

 

U-Bahnhöfe aus den anderen Jahrzehnten finden Architekturinteressierte und Untergrundfans übrigens hier:

U-Bahnhöfe der Achtziger

Schönheiten der 90er

Die Jungspunde - Bahnhöfe der Nuller Jahre