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U-Bahnhöfe aus den Achtzigern

06. Mai 2015

Königsplatz, Scheidplatz, Neuperlach Süd, Sendlinger Tor und der Hauptbahnhof. All diese U-Bahnhöfe wurden 1980 in einem wahren Eröffnungsmarathon in Betrieb genommen. Und auch danach reißt es nicht ab ...

Vier Jahre später folgte dann der Bahnhof, der zwei Wochen im Jahr einem riesengroßen Besucheransturm ausgesetzt ist. Sie haben es bestimmt schon erraten? Genau, die schwarz-gelbe Station Theresienwiese. 1988 wurde dann der grün-blaue Böhmerwaldplatz eröffnet und ein Jahr später die beiden Bahnhöfe Thalkirchen und Machtlfinger Straße. Besonders am letzten lassen sich mit seinen großflächigen geometrischen Formen schon sehr gut die 90er-Jahre erahnen, oder?

Königsplatz (1980), U1
Die ausgestellten Kunstwerke hinter Glas sind Nachgüsse, die in Münchner Museen zu finden sind. Beeindruckend sind auch die Faksimiles berühmter Maler wie Franz Marc oder Henri Matisse, die viel größer als ihre Originale an den Hintergleiswänden zu sehen sind. Die Ausgestaltung des Bahnhofs ist Programm: Viele Museen liegen nur ein paar Fußminuten entfernt wie die drei Pinakotheken, die Glypothek, die Staatliche Antikensammlung oder das Lenbachhaus. Genau über dem U-Bahnhof liegt auch der Kunstbau Lenbachhaus, der beim Bau des U-Bahnhofs entstand. In den Vorraum des Kunstbaus kann man im Sperrengeschoss direkt hineinsehen. 



Theresienwiese (1984), U4/5
Zum Oktoberfest nimmt man es wegen der vielen Menschen meistens kaum wahr: Auch die Station Theresienwiese auf der Linie U4/U5 zählt zu den schönsten U-Bahnhöfen in München. Alles hier erinnert an das große Volksfest: Die Architektur des Bahnhofs in den Münchner Farben Schwarz und Gelb spiegelt den Aufbau eines Bierzelts mit dunklen Streben und gelber Zeltplane wider. Die acht Wandbilder zeigen Szenen außerhalb des Bierzelts: Hier sind bunte Fahrgeschäfte und Attraktionen zu sehen. Schöpfer des Bahnhofs war der Architekt Alexander von Branca, der unter anderem auch den U-Bahnhof Marienplatz entworfen hat.



Thalkirchen (1989), U3
Schon im U-Bahnhof Thalkirchen werden die Besucher des nahegelegenen Tierparks auf ihren Ausflug eingestimmt. In zarten Farben sind entlang des Bahnsteigs verschiedene Tiere künstlerisch in Szene gesetzt. Die Motive wurden mit Schablonen- und Einbrenntechnik auf die Wände gebracht. Da der U-Bahnhof relativ nah unter der Oberfläche liegt, konnte der südliche Ausgang komplett mit einer Rampe realisiert werden. Entlang dieser Rampe finden sich Elefanten, Zebras und Co., diesmal in dunkleren Farben, und leiten den Zoobesuchern den Weg.



Böhmerwaldplatz (1988), U4
Der Böhmerwaldplatz liegt auf der Linie U4 direkt unter dem Mittleren Ring im Stadtteil Bogenhausen. Namensgeber der Station ist die große Grünanlage bei den westlich gelegenen Ausgängen. Der Park diente auch als Inspiration der Bahnhofgestaltung und so sind die beherrschenden Farben Grün und Hellblau. Die grasgrünen Säulen in der Mitte des Bahnsteigs erinnern an hochgewachsene Bäume, während Wand und Decke den blauen Himmel symbolisieren.



Machtlfinger Straße (1989), U3
Der Bahnhof ist ohne Säulen in der Bahnsteigmitte aufgebaut. Durch zwei große Oberlichter fällt Tageslicht in die Station, das durch Edelstahlplatten am Boden gestreut wird. Die auffällige Struktur der Wände kommt von der Bauweise mit Betonbohrpfählen. Besondere Hingucker sind die großflächigen Farbtafeln vom Künstler Rupprecht Geiger, der auch das Plattenmotiv an der Fassade des Münchner Hauptbahnhofs geschaffen hat.



U-Bahnhöfe aus den anderen Jahrzehnten finden Architekturinteressierte und Untergrundfans übrigens hier:

Oldies but Goldies - U-Bahnhöfe aus den 70ern

Schönheiten der 90er

Die Jungspunde - Bahnhöfe der Nuller Jahre