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Wenn jemand eine Reise tut ...

22. Oktober 2015

… so kann er was erzählen. So auch unser Kollege Wolfgang Wellige, der seinen Urlaub in Moskau und St. Petersburg verbrachte. Der Schienenfahrzeugfan brachte viele interessante Fakten über die Gepflogenheiten des russischen Nahverkehrs mit nach Hause und tolle Bilder. Aber seht selbst!

Auf den ersten Blick stört der Zug in dieser Metrostation von St. Petersburg fast ein bisschen. Denn der Raum wirkt eher wie ein Prunksaal in einem Schloss und nicht wie ein U-Bahnhof. Der neoklassizistische Bau mit Kronleuchtern, Säulen und großflächigen Mosaiken gehört zur Linie 1, der Kirovsko-Vyborgskaya Line und trägt den Namen Avtovo.



Auch diese Station ist eindrucksvoll mit großen Standleuchten und Stuck ausgestaltet: Pushkinskaya. Das St. Petersburger U-Bahnsystem ist übrigens eines der tiefstgelegenen der Welt – durchschnittlich 50 bis 70 Meter führen die Tunnel unter der Oberfläche durch. Die erste U-Bahn-Linie dort wurde 1955 eröffnet.



Historischer Verweis: Der Bahnhof Ploschad Muzhestwa rückt den roten Sowjetstern in den Mittelpunkt. Eine Abfahrtsanzeige rechts oben beim Bahnsteig zählt die Sekunden aufwärts, wann der letzte Zug abgefahren ist – anhand der vorgegebenen Takte wissen die U-Bahnfahrer, wann es Zeit für die Abfahrt wird. Beim Zug am linken Bildrand sieht man, dass der letzte Waggon im Tunnel steht. Denn die heutigen Züge sind zu lang für die älteren Bahnhöfe. Gelöst wird das Problem pragmatisch-praktisch: Die letzte Tür geht einfach nicht auf und die Fahrgäste steigen eine Tür weiter vorne aus.

Eine moderne Kirche? Nein, wieder ein U-Bahnhof in St. Petersburg. Die prächtige Glaskunst findet sich am Ligowskiy Prospekt und wurde in den 1990er Jahren erbaut. In St. Petersburg gibt es übrigens keine Papierfahrscheine, sondern man löst vorab an Automaten Tokens, die aussehen wie eine 20-Cent-Münze und die zum Zutritt berechtigen.

Am U-Bahnhof Admiralteyskaya findet man aufwendig gearbeitete Mosaike zwischen den beiden Bahnsteigen. Die einzelnen Bahnhöfe sind übrigens im St. Petersburger Netz sehr weit voneinander entfernt – teilweise sogar bis zu 6 Kilometer.

Jetzt sind wir in Moskau! Die Station Sokol mit einem kunstvoll gestalteten Gewölbe wurde 1938 eröffnet. Die Moskauer Metro wird übrigens täglich von bis zu 9 Millionen Fahrgästen genutzt, 12 Linien führen tief unter der Stadt hindurch. Und sogar in den Reiseführern wird gerne auf die unterirdischen Prachtbauten hingewiesen, die „Paläste fürs Volk“ darstellen sollen.

Der Durchgang von einer Linie zu einer anderen wird dabei schon mal bewacht von überlebensgroßen Statuen:

 

Mehr schöne U-Bahnhöfe gibt’s z.B. hoch im Norden, und zwar die Stockholmer Tunnelbana. Aber auch unsere eigenen Münchner Bahnhöfe sind nicht zu verachten.