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Meine Haltestelle: Silberhornstraße

24. Oktober 2017

Die Heilig-Kreuz-Kirche, markant und verkehrsumtost am Giesinger Berg gelegen, ist zum Logo geworden: Das Giesinger Bräu trägt das Gotteshaus im Wappen. Nur ein paar Meter sind es zu Fuß bergab von der Haltstelle Silberhornstraße zum bayerischen Genuss.

Giesing, das Herbergs- und Arbeiterviertel, hat seit 2006 ein eigenes Bier. Steffen Marx, der Brauwesen in Weihenstephan studiert hat, hat hier bewiesen, dass in München neben den traditionellen großen Brauereien auch Platz ist für junge Bierbrauer und kleine Abfüllmengen.

Ein ehemaliges Umspannwerk der Stadtwerke, direkt gegenüber der Kirche gelegen, hat Steffen Marx mit seinen Mitstreitern bis Ende 2014 zur vollwertigen Brauerei mit 20 Gär- und Lagtertanks umgebaut.

Was ursprünglich in einer Hinterhofgarage in Untergiesing mit 200 Hektolitern begonnen hatte, wuchs sich am neuen Standort auf bis zu 15.000 Hektoliter pro Jahr aus. Diese Menge liegt jedoch nach wie vor im Promillebreich der großen Brauereien, von denen es keine unter einer Million Hektolitern macht.

Im gleichen Gebäude eröffnete das urige Bräustüberl, das sich innerhalb kürzester Zeit zum Giesinger Treffpunkt entwickelt hat.

Wer nach den bayerischen Schmankerln einen Verdauungsspaziergang einlegt, der entdeckt ringsum Street-Art ebenso wie Zeugnisse aus der Vergangenheit:  In der Nähe ist das Kloster der Armen Schulschwestern in der Kistlerstraße zu bewundern oder die Feldmüllersiedlung, die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand. Die Heilig-Kreuz-Kirche wurde ab 1866 gebaut.

Eine mit Graffiti verzierte Unterführung bringt Fußgänger unter der Martin-Luther-Straße hindurch zurück zu U-Bahn, Bus und Tram.

Dass die ehrwürdige Kirche mit ihrem neugotischen Turm 150 Jahre später auch als Graffiti sowie auf Krügen und Bierflaschen verewigt werden würde, hat damals noch niemand geahnt.

Die MVG bringt Sie hin:

U2/U7, Tram 15/25, Bus 148/58/X30 bis Silberhornstraße oder U1/U2/U7 Kolumbusplatz.

 

Fotos: Kerstin Groh

Der ausführliche Artikel ist in Ausgabe 1/2015 des Kundenmagazins MVGinfo erschienen.