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Anno dazumal auf der Wiesn ...

28. September 2018

Tram statt U-Bahn: Bevor es ab dem Jahr 1984 mit der U-Bahn zum Oktoberfest ging, fuhren die Münchner mit der weiß-blauen Trambahn auf das größte Volksfest der Welt ... 

Für die Einsatzwagen zur Wiesn gab es schon seit dem Jahr 1900 eine speziell erbaute Wendeschleife von der Bayerstraße durch die Martin-Greif-, Schwanthaler- und Hermann-Lingg-Straße. Diese erweiterte man zum Oktoberfest 1926 über den Bavariaring und den Paulsplatz, womit die Ein- und Ausstiegshaltestelle an der Wiesn direkt neben dem charakteristischen Brausebad lag.

Die Sonderwagen fuhren anfangs ohne besondere Linienbezeichnung, ab 1908 gab es mehrere mit den Buchstaben A bis E bezeichnete Sonderlinien, so fuhren etwa im Jahr 1921:

  • Linie A: Ostbahnhof - Festwiese
  • Linie B: Talschleife - Festwiese
  • Linien C und E: Schwabing - Festwiese
  • Linie D Sendlinger-Tor-Platz - Goetheplatz – Bavariaring

Im Jahr 1957 fuhr erstmals die Linie W zwischen der Innenstadt und der Festwiese, die Buchstabenlinien A - D verwendete man nicht mehr. Zum Oktoberfest 1983 fuhr die Wiesn-Tram das letzte Mal.

Es gab von 1906 bis 1942 noch eine zweite Trambahnstrecke zur Wiesn. Diese zweigte aus der Lindwurmstraße in die Kobellstraße ab und endete zunächst am Bavariaring, wo eine Wendeschleife errichtet wurde. 1908 verlängerte man diese Linie sogar quer über die Theresienwiese bis zur Bavaria um das oberhalb neu gebaute Ausstellungsgelände zu erschließen. Dies bewährte sich jedoch nicht und man entfernte die Strecke 1921 wieder.


Eine alte Ansichtskarte vom Münchner Oktoberfest zeigt eine Tram, die vom Bavariaring Richtung Mozartstraße einbiegt.