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Für die Barrierefreiheit: 30 Jahre Niederflurbus

26. Mai 2017

Bis dato wiesen nämlich alle Stadtbusse an jeder Türe noch mindestens 2 Stufen auf. Ohne Klettern ging es nicht in den Bus.

Initiiert hatte das Projekt für die Neuentwicklung der "Club Behinderter und ihrer Freunde". Der Stadtrat beschloss 1986, dass die Münchner Stadtwerke Niederflurbusse beschaffen sollen. Die Rede war damals allerdings noch keineswegs von einer flächendeckenden Einführung – vielmehr sollten auf jeder Linie ein oder zwei solcher Fahrzeuge eingesetzt werden.

Zunächst war dafür jedoch überhaupt erstmal ein Prototyp vonnöten - den gab es bis dato nicht. Nur die Firma NEOPLAN mit ihrem damaligen Geschäftsführer und Konstrukteur Konrad Auwärter sah sich in der Lage, einen solchen Versuchsbus zu entwickeln.

Mit einem zweiten, baugleichen Fahrzeug wurde auf der Internationalen Automobilausstellung im Herbst 1987 in Frankfurt das Niederflurkonzept erstmals der internationalen Fachwelt präsentiert. Dies war der Durchbruch der Technik – bereits auf der Messe gingen Bestellungen aus Bremen und Gelsenkirchen ein, etliche andere Städte zeigten Interesse.

Es folgten immer weitere Prototypen und Vorserienfahrzeuge, auch von anderen Busherstellern. "Niederflur" wurde zum Schlagwort der 1990er-Jahre im Busbereich.

Das erste Exemplar von MAN, ein dreitüriger Solobus, fuhr in Gelb-Weiß im Test auf der Linie 154. Auch er hatte an den vorderen beiden Türen keine Stufen mehr.

In München werden seit 1991 ausschließlich Niederflurbusse beschafft. Längst besteht der gesamte Busfuhrpark von SWM/MVG und ihrer Kooperationspartner ausschließlich aus Niederflurfahrzeugen – inzwischen in der dritten Generation. Mit der Niederflurtechnik einher ging zudem die Rußfiltertechnik – auch hier war München federführend. Schon der erste Prototyp verfügte über einen solchen Filter.

Der zweite NEOPLAN-Prototyp war bis 1996 im Einsatz und ging dann in den Bestand des Omnibus-Club München. Meist steht er im MVG Museum. Gelegentlich kann er aber auch im Einsatz erlebt werden, denn seit 2014 ist er sogar wieder zugelassen.

Fotos: Omnibus-Club München (OCM) e.V.